IPCC-Bericht – Zentrale Ergebnisse des Reports

9. August 2021, Genf

Seit Jahrzehnten warnen Forscher weltweit vor den katastrophalen Folgen des Klimawandels. Nun hat der Weltklimarat seinen neuesten Bericht vorgelegt. Die wichtigsten Ergebnisse:

– Die Forscher lassen keinen Zweifel daran, dass die fortschreitende Erwärmung der Erdatmosphäre durch den Menschen verursacht wird. Hauptproblem ist die seit Beginn der Industrialisierung gestiegene Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre: Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O).

– Die durchschnittliche globale Temperatur war im Mittel von 2011 bis 2020 um 1,09 Grad Celsius höher als beim Beginn der industriellen Revolution (1850-1900). 2019 war der Gehalt von CO2 in der Atmosphäre höher als jemals in den zwei Millionen Jahren zuvor.

– Es ist äußerst wahrscheinlich (95-100 Prozent), dass der Mensch zudem für die Erwärmung und Versauerung der Meere verantwortlich ist. Denn durch das Verbrennen fossiler Energieträger wie Kohle oder Öl werden riesige Mengen CO2 freigesetzt, die sich im Wasser lösen und das Ökosystem beeinflussen.

– Als Folge der Klimaerwärmung geht das Meereis in der Arktis immer weiter zurück. Im Spätsommer der Jahre 2011 bis 2020 war die durchschnittliche Eisfläche dort kleiner als jemals in den 1000 Jahren zuvor. Auch die globale Gletscherschmelze setzt sich fort, was die Meeresspiegel kontinuierlich steigen lässt.

– Extremwetterereignisse wie Hitzewellen, Dürren und Überflutungen haben seit den 1950er-Jahren stark zugenommen, Kältewellen hingegen gab es immer seltener. Ursache sei mit hoher Wahrscheinlichkeit der menschengemachte Klimawandel, schreiben die Forscher.

– Selbst wenn rigide Maßnahmen zum Klimaschutz unmittelbar umgesetzt würden, wäre der weitere Anstieg der globalen Temperaturen vorerst nicht zu stoppen. Im günstigsten Szenario rechnen die Forscher bis Ende des Jahrhunderts mit einer mittleren Temperatur von 1,0 bis 1,8 Grad Celsius über vorindustriellem Niveau. Würde der Treibhausgasausstoß dagegen extrem steigen, wäre den Berechnungen zufolge gar mit einem Anstieg von 3,3 bis 5,7 Grad zu rechnen.

– Sehr wahrscheinlich (90-100 Prozent) werden Starkregenereignisse in vielen Regionen ebenso zunehmen wie die Zahl und Intensität von Wirbelstürmen. Ein Grad Erderwärmung macht den Forschern zufolge Extremregen weltweit um sieben Prozent wahrscheinlicher.

– Wälder, Böden und Meere sind natürliche „CO2-Senken“, die Kohlenstoff binden und die Atmosphäre damit entlasten. Doch je größer die durch industrielle Prozesse freigesetzten Mengen CO2 werden, desto mehr lässt die Speicherkapazität der Senken nach, warnen die Forscher. Umso höher wiederum wird die in der Atmosphäre verbleibende Menge an klimaschädlichen Treibhausgasen.

– Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit (99-100 Prozent) werde der Meeresspiegel weiter steigen. Von 1901 bis 2018 sei er um 20 Zentimeter gestiegen. Bis 1971 seien es 1,3 Millimeter pro Jahr gewesen, im Mittel der Jahre 2006 bis 2018 stieg er laut IPCC fast dreimal so schnell – 3,7 Millimeter pro Jahr. Selbst im günstigsten Szenario rechnen die Forscher bis 2100 mit einem Anstieg von 28 bis 55 Zentimetern im Vergleich zu den Jahren 1995 bis 2014. Aber auch ein Anstieg um 2 Meter bis 2100 und von mehreren Metern im kommenden Jahrhundert ist – abhängig vom Umfang der Eisschmelze – nicht ausgeschlossen.

– Fazit: Um die globale Erwärmung zu bremsen, muss die Emission von Treibhausgasen dringend reduziert, der Ausstoß vor allem von CO2 möglichst auf „netto null“ gebracht werden. Denn vom Menschen produzierte Treibhausgase sind die zentrale Ursache für den Klimawandel.

APA/dpa

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