Artenschutzgebiete auch als CO2-Speicher wichtig

23. August 2021, Laxenburg
Auf 30 Prozent der Landfläche könnte man 70 Prozent der Tiere und Pflanzen schützen - Frankfurt/Main, APA/dpa

Laut Vereinten Nationen (UN) soll bis 2030 auf 30 Prozent der weltweiten Landfläche ernsthafter Artenschutz betrieben werden. Wählt man jene Gebiete strategisch gut, ist dort das Überleben von 70 Prozent aller Landpflanzen und -Tiere gewährleistet, berechneten österreichische Forscher. Damit würden auch 62 Prozent des Kohlenstoffes gebunden, der in die Atmosphäre gelangen kann, und 68 Prozent des sauberen Wassers, berichten sie im Fachjournal „Nature Ecology and Evolution“.

Die Forscher um Piero Visconti und Martin Jung vom Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien untersuchten, wo auf der Erde man am effektivsten drei Ziele gleichzeitig erreichen könnte: Die meisten Arten vor dem Aussterben zu retten, Kohlenstoff gebunden zu halten und die Frischwasserreserven sicherzustellen. Mit 30 Prozent der Landfläche könnte man dies jeweils zu einem großen Teil realisieren, erklären sie.

Diese Flächen müsse man aber strategisch gut wählen. Neben altbekannten, besonders schützenswerten Gebieten wie Madagaskar, Indien und Myanmar sowie dem Mittelmeerraum gehören laut der Studie nun auch Gebiete wie der Südosten der Vereinigten Staaten von Amerika und der gesamte Balkan dazu.

„Auch die Alpen sind unter den 30 Prozent der wichtigsten Landgebiete für den Schutz der Artenvielfalt“, erklärte Visconti der APA. In ihren vielen Höhenstufen und Geländeformationen liegen verschiedenste Lebensräume nahe beisammen, die von unterschiedlichsten Pflanzen und Tieren bewohnt werden. „Die Vielfalt in den Alpen wird zusätzlich noch durch ihre Nähe zum höchst artenreichen Mittelmeerraum gesteigert“, so der Forscher.

Service: Die Arbeit online: https://dx.doi.org/10.1038/s41559-021-01528-7 ; Prioritäten-Karte: https://unbiodiversitylab.org/ ; Link zum „UNO global biodiversity framework“: https://www.cbd.int/article/draft-1-global-biodiversity-framework

APA

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