RWE steckt Milliarden in Umstieg auf erneuerbare Energien

25. August 2021, Klagenfurt
RWE-Vorstand Markus Krebber
 - Essen, APA/AFP

Der deutsche Energiekonzern RWE mit Sitz in Essen steckt in den kommenden Jahren enorme Summen in den Umstieg auf erneuerbare Energien. Wie Konzernchef Markus Krebber am Mittwoch in Klagenfurt vor Journalisten erklärte, habe man im ersten Halbjahr bereits zwei Mrd. Euro investiert. Um die gesteckten Ziele zu erreichen, muss in den kommenden Jahren im gleichen Ausmaß weiter investiert werden, gemeinsam mit Partnern werden so rund 20 Mrd. Euro in die Hand genommen.

Krebber, der seit 1. Juli an der Spitze der RWE steht, besuchte den Kärntner Energieversorger Kelag, an dem der Konzern eine Minderheitsbeteiligung hält. Mit der Kooperation sei er sehr zufrieden, betonte Krebber, er freue sich, dass die Partnerschaft kürzlich erneut verlängert worden ist.

Der Ausstieg aus den fossilen Energieträgern werde bis zu dessen Abschluss zu einer Verdoppelung des Strombedarfs führen. Elektromobilität mache dabei einen relativ geringen Anteil aus. „Die großen Brocken sind die Bereiche Wärme und Industrie.“ Von der Politik fordert er rasche Entscheidungen, da es gelte, die Versorgungssicherheit aufrecht zu erhalten. In den kommenden fünf Jahren würden Kraftwerke mit einer Leistung von 20 Gigawatt abgeschaltet, „Brückentechnologie wird da nötig sein, in erster Linie wohl Gas“. In Deutschland fehle allerdings die gesetzliche Grundlage, die es brauche, um Investitionen planen zu können.

Beim Ausbau der Erneuerbaren braucht es seiner Ansicht nach zum einen deutlich mehr Flächen für Sonnen- und Windkraftanlagen. Auch müssten die Genehmigungsverfahren deutlich beschleunigt werden. „Für einen Windpark dauert es bis zu sieben Jahre, das ist viel zu lange.“ Wenn man das Tempo nicht deutlich erhöhe, werde man die definierten Ziele nicht erreichen.

Die RWE setzt auch stark auf Wasserstoff. „Hier sind wir in 30 Projekten drin“, sagte Krebber. Derzeit sei das Hauptproblem, dass die Erzeuger betonten, zuerst würden sie die Abnehmer brauchen, diese wiederum klagten darüber, dass die Anbieter fehlen würden. „Das ist ein bisschen ein Henne-Ei-Problem.“ Im Bereich Verkehr wird Wasserstoff seiner Ansicht nach nicht so eine große Rolle spielen, ausgenommen im Schwerverkehr. Für die Industrie sei das Thema aber sehr wichtig.

Höhere Strompreise erwartet der RWE-Chef durch den Umstieg auf erneuerbare Energien nicht. „Das würde mich zumindest in Deutschland sehr überraschen.“ Denn beim Einsatz der Erneuerbaren falle die CO2-Steuer weg, zudem laufen Ökostromabgaben aus, was sich preisdämpfend auswirken werde. Die derzeitigen Preiserhöhungen lägen in erster Linie an Kapazitätsproblemen.

Mit der Entwicklung seines Unternehmens ist Krebber zufrieden. Das Betriebsergebnis werde 3 bis 3,5 Mrd. Euro ausmachen, der Gewinn bei rund 1 Mrd. Euro liegen.

APA

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