Grüne Batterie stützt Fotovoltaik

31. August 2021

Erneuerbare Energie. Pumpspeicherkraftwerk soll 2027 in Betrieb gehen

„Wer am Freitag für den Klimaschutz demonstrieren geht, muss am Montag an der Umsetzung arbeiten.“ Magnus Brunner, Staatssekretär im Klimaministerium, sieht im geplanten Pumpspeicherkraftwerk Ebensee ein „Vorzeigeprojekt“, mit dem das Ziel, bis 2030 die gesamte Stromproduktion auf erneuerbare Energie umzustellen, erreichbar sei. „Wir brauchen dieses Projekt dringend, das ist eine grüne Batterie“, sagte der
49-Jährige bei einem Lokalaugenschein am Dienstag.


300 m lang, 60 m hoch
Das Pumpspeicherkraftwerk ist ebenso fertig geplant wie genehmigt. Es soll 235 Millionen Euro kosten, 2023 soll mit dem Bau begonnen werden, 2027 soll es in Betrieb gehen. Aus dem Traunsee wird in einer Tiefe von 8 bis 13 Metern unter der Oberfläche Wasser in einen Stausee hochgepumpt, mit einer Pumpleistung von 32 Kubikmeter Wasser in der Sekunde. Der Stausee nahe dem Großen Sonnstein auf rund 900 Höhenmetern wird durch das Aufschütten eines natürlichen Dammes errichtet, der 300 Meter lang und 60 Meter hoch ist. Besteht zusätzlicher Strombedarf, geht das Wasser in einer Röhre mit vier Metern Durchmesser wieder runter Richtung Traunsee, wo eine Kraftwerksturbine mit einer Leistung von 40 Kubikmetern Wasser pro Sekunde angetrieben wird.


Wozu soll dieses zusätzliche Kraftwerk dienen? „Von den 8.960 Sunden im Jahr steht Strom aus den Fotovoltaikanlagen nur 1.000 Stunden lang zur Verfügung. Hauptsächlich zur Mittagszeit“, erläutert Generaldirektor Werner Steinecker die Notwendigkeit an Speichermöglichkeiten zum Ausgleich der Spitzen.


Günstig & ökologisch
Pumpspeicherkraftwerke seien dafür ideal, weil sie die ökologischeste und günstigste Lösung seien. Deshalb auch die Bezeichnung „grüne Batterie“. „Wir können nicht alle Haushalte mit Batterien ausstatten“, argumentiert Energie-AG-Vorstand Stefan Stallinger. „Wir hinterlassen mit dem Speicherkraftwerk den niedrigsten Energie-Foodprint.“

Kurier

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