Experten: Energiewende wird EU-Außenpolitik verändern

2. September 2021, EU-weit
Ein Windpark für die Energiewende
 - Bordelum, APA/dpa

Die von der EU vorangetriebene Energiewende wird auch die Außenpolitik und die außenpolitischen Beziehungen der Europäischen Union verändern. Darüber waren sich Experten bei einer Diskussion beim Europäischen Forum Alpbach am Mittwoch einig. Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) warnte, Europa dürfe „nicht in die Falle neuer Abhängigkeiten tappen“, etwa von Wasserstoff.

Außerdem müssten Fehler der Vergangenheit vermieden werden. Als Beispiel nannte Gewessler die Tatsache, dass Europa fast den ganzen Photovoltaik-Sektor China überlassen habe. Vielmehr sollte Europa die wirtschaftlichen Chancen nutzen, die es durch Technologieführerschaft in der Energiewende habe. In Österreich gebe es 2.700 Grüne Energietechnik-Unternehmen, die vor der Pandemie hohe Wachstumsraten von etwa sechs Prozent gehabt hätten. Österreich sei noch zu 70 Prozent von fossilen Brennstoffen abhängig, die EU zu rund 80 Prozent, sagte Gewessler.

Der Direktor der deutschen Denkfabrik „Agora Energiewende“, Matthias Buck, sagte der „Green Deal“ der EU werde signifikante Folgen auf die Außenhandels- und Außenpolitik der EU haben. Die EU sollte deshalb regelmäßig Dialoge mit den USA und China pflegen, aber auch mit Russland und Saudi-Arabien, die sich in Hinblick auf ihre Staatsfinanzierung komplett transformieren müssten. Auch die Erdgas- und Erdöl-Exportnationen müssten bei der grünen Energiewende an Bord sein.

Rana Adib, Geschäftsführerin vom „Renewable Energy Policy Network for the 21st Century“ in Paris, sagte, Europa brauche mehr Infrastruktur-Investitionen, gezieltere Planung und Umsetzung zur Erreichung seiner Klimaziele. Die Energiewende sei nicht nur ein technologischer, sondern auch ein politischer und gesellschaftlicher Umbruch. Global sei der Anteil fossiler Brennstoffe kaum zurückgegangen. 80 Prozent der neuen Investitionen würden aber in Erneuerbare erfolgen.

APA

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