Strom: Gentiloni ruft zum Schutz vor Preisanstiegen auf

15. September 2021, Rom

EU-Wettbewerbskommissar Paolo Gentiloni hat die Regierungen der EU-Länder aufgerufen, Maßnahmen zum Schutz der Familien vor zu hohen Preisanstiegen im Energiebereich zu schützen. „Der Klimawandel bringt eine Preiserhöhung für die umweltschädlichsten Produkte mit sich und es ist richtig, dass wir uns in den verschiedenen Ländern fragen, wie wir Schirme aufspannen können, um zu harte soziale Konsequenzen zu vermeiden“, sagte Gentiloni in Straßburg.

„Ich hoffe, dass dies geschehen wird, ohne den Horizont des grünen Übergangs infrage zu stellen, der nach wie vor notwendig ist. Das Problem besteht darin, die sozialen Auswirkungen abzumildern, denn es liegt auf der Hand, dass wir keine zu starken sozialen Auswirkungen haben können. Das sollte uns aber nicht von unseren Zielen abbringen“, erklärte Gentiloni.

Ab dem 1. Oktober werden die Stromrechnungen in Italien um 40 Prozent teurer. Davor warnte der Minister für den ökologischen Übergang, Roberto Cingolani. Im letzten Quartal sei die Stromrechnung für die Italiener bereits um 20 Prozent gestiegen, im nächsten Quartal soll es zu einem Zuwachs von 40 Prozent kommen, warnte der Minister. Dies wird nach Angaben der Verbraucherorganisation Assoutenti für die italienischen Familien zu Mehrkosten von 1.300 Euro pro Jahr führen.

Die italienische Regierung um Premier Mario Draghi will die Kriterien, nach denen Stromrechnungen kalkuliert werden, überarbeiten, um die Preise in einer Zeit hoher Energiekosten zu drücken. Die in Erwägung gezogene Reform würde eine Senkung der sogenannten Systemkosten in den Verbraucherrechnungen beinhalten, hieß es in Regierungskreisen in Rom.

Experten zufolge erholt sich die Weltwirtschaft, die Unternehmen seien wieder voll ausgelastet und die Nachfrage nach Energie steige rapide an. Folglich nehmen die Kosten für Gas, die Hauptquelle für die Stromproduktion, zu.

APA

Ähnliche Artikel weiterlesen

UN-Generaldebatte – Kurz setzt auf „Energiewende“

24. September 2021, New York/Wien
Sebastian Kurz in New York
 - New York, APA/BKA

Ex-Rektor rügt Kurz für Klima-Aussagen

27. Juli 2021, Wien
Hans Sünkel fordert vom Kanzler eine Korrektur
 - Wien, APA/HERBERT NEUBAUER

Corona-Lockerungen starten mit 17. Mai

23. April 2021, Wien

Schlechte Noten für Frankreich bei Kampf gegen Klimawandel

1. März 2021, Paris