100 Millionen für starke und intelligente Netze

21. September 2021, Bregenz

Die Energiewende schreitet voran und mit ihr auch die Anforderungen an das bestehende Netz. Mehr Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen und immer mehr Menschen, die E-Autos fahren, führen zu einer Verlagerung in den Strombereich.


Bei illwerke vkw reagiert man auf die Entwicklungen, um auch in Zukunft eine stabile Energieversorgung gewährleisten zu können. Momentan sei das Netz eine Einbahnstraße, was die Stromlieferung bis in die Haushalte betreffe. „Das dürfte Vergangenheit sein. Künftig gibt es durch den Ausbau Erneuerbarer Energien und den Zuwachs an Elektroautos mehr Gegenverkehr“, zeichnet Vorstand Christof Germann ein Bild.


Situation simuliert
Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, wurde nun mit dem FH Forschungszentrum Energie und der Forschungsstelle für Energiewirtschaft (Ffe) in München ein Projekt gestartet. Dabei wurde genau simuliert, was die neuen Anforderungen mit dem Vorarlberger Netz machen und welche Netzelemente überlastet sein könnten.
Im Untersuchungsszenario ging man bis 2030 von einem Photovoltaikausbau auf 600 Gigawattstunden pro Jahr, einem E-Auto-Anteil von 30 Prozent und Steigerungen im Bereich der Wärmepumpen aus.


Das Resultat des Forschungsprojekts: Es wird kräftig investiert. Zusätzlich zu den 30 bis 35 Millionen Euro, die illwerke vkw jährlich in den Ausbau der Energienetze investiert, kommen bis zum Jahr 2030 noch einmal 100 Millionen Euro an Investitionsbedarf dazu, wie Germann erklärt. Dieses Geld fließt in den klassischen Netzausbau sowie in die Digitalisierung des Netzes. „20 Prozent der Trafostationen werden intelligent sein. Das heißt, sie sind individuell regelbar“, erklärt Johannes Türtscher, Geschäftsführer der Tochtergesellschaft vorarlberg netz.

FH-Professor Markus Preißinger sieht in der Simulation jedenfalls eine sehr hohe Treffsicherheit. „Erstens weil hier Experten aus der Forschung und der Praxis zusammenarbeiteten. Zweitens weil wir 80 Prozent der Ortsnetze simuliert haben.“ Dazu kam noch die Expertise aus München. Wolfgang Mauch vom EfE kann die Ergebnisse nur bestätigen.


Reserve eingeplant
In der Simulation sind 20 Prozent Reserve eingeplant. Somit könnte das Netz unabhängig von der heutigen Annahme, dass es 2030 rund 60.000 E-Autos auf Vorarlbergs Straßen gibt, auch eine höhere Dynamik vertragen. Für die Verbraucher könnte die Investition mit einem Anstieg der Netztarife verbunden sein, sagt Germann. Allerdings sei das Ziel, dass diese weiterhin zu den günstigsten in Österreich gehören.

Vorarlberger Nachrichten

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