Großbritannien will China aus AKW-Projekt herausdrängen

27. September 2021, London/Paris

Die britische Regierung arbeitet einem Zeitungsbericht zufolge daran, den chinesischen Staatskonzern CGN aus dem Neubauprojekt eines Atomkraftwerks im ostenglischen Suffolk herauszudrängen. Die Regierung erwäge, sich zusammen mit dem französischen Atomkonzern EDF an dem Bau des Kernkraftwerks Sizewell C im Volumen von umgerechnet rund 23,5 Milliarden Euro zu beteiligen, berichtete die Zeitung „Guardian“ am Samstag. Damit würde die chinesische CGN herausgedrängt.

CGN halte derzeit 20 Prozent an dem Projekt, hieß es. Das Vorhaben könne schon im Oktober bekannt gegeben werden. Ein Sprecher der britischen Regierung sagte zu dem Bericht, der chinesische Atomkonzern CGN sei bis zur endgültigen Entscheidung der Regierung Anteilseigner von Sizewell C. Die Verhandlungen liefen noch und es gebe noch keine endgültige Entscheidung. Im Juli bereits hatte die „Financial Times“ berichtet, die britische Regierung suche nach Wegen, um die CGN aus allen neuen zukünftigen Stromprojekten auszuschließen. Die USA haben laut „Guardian“ stark auf die britische Regierung eingewirkt, China aus Gründen der nationalen Sicherheit aus den Atomvorhaben herauszudrängen.

Mitte September hatten die USA, Großbritannien und Australien einen Sicherheitspakt für den strategisch wichtigen Indo-Pazifik-Raum vereinbart. Damit soll auch Australien gestärkt werden, unter anderem durch Unterstützung beim Bau von nuklear betriebenen U-Booten. China hat das Vorhaben scharf kritisiert und vor einem neuen Kalten Krieg gewarnt.

APA/ag

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