Insider: Uniper plant Stellenabbau

7. Oktober 2021, Düsseldorf
Uniper-Eigentümer Fortum
 - New Delhi, APA/AFP

Nach der Übernahme durch den finnischen Versorger Fortum und dem Aus von Kohlekraftwerken in Deutschland will der Stromerzeuger Uniper Insidern zufolge Stellen abbauen. Derzeit würden die Belegschaften informiert, sagten am Donnerstag zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Inklusive der geplanten Stilllegung von Kraftwerken könnten über 1.000 Jobs überwiegend in Deutschland betroffen sein, sagte ein Arbeitnehmervertreter.

Betroffen sei unter anderem der Bereich Engineering, der Dienstleistungen für Kraftwerke anbietet, sagte ein Insider. Möglich sei, dass einzelne Bereiche verkauft würden. Uniper wollte die Informationen zunächst nicht kommentieren. Der Stromerzeuger ist eine Tochter des finnischen Konzerns Fortum und beschäftigt weltweit rund 11.500 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der früheren Kraftwerkstochter des Energieriesen E.ON beginnt damit eine weitere Phase des Hoffen und Bangens. Von E.ON abgespalten, hatte sich die zunächst als „Resterampe“ verschriene Gesellschaft am Markt gut behauptet und sich zu einem Börsenliebling entwickelt. Mithilfe von E.ON hatte sich der finnische Versorger Fortum die Mehrheit an Uniper verschafft – gegen den heftigen Widerstand des damaligen Managements um Uniper-Chefs Klaus Schäfer. Fortum hält nach letzten Meldungen inzwischen 76 Prozent der Aktien. Ende dieses Jahres läuft die Zusage Fortums aus, Uniper nicht einem Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag zu unterwerfen.

Uniper steht zudem auch durch Fortum unter Druck, seine Erzeugung klimafreundlicher aufzustellen. Das Unternehmen will bis 2025 in Deutschland aus der Kohle aussteigen – mit Ausnahme des umstrittenen Steinkohlekraftwerks Datteln 4. Vorstandschef Klaus-Dieter Maubach hat sich jedoch grundsätzlich bereit erklärt, mit einer neuen Bundesregierung über eine Stilllegung der Anlage vor dem geplanten Aus 2038 zu sprechen. Dafür müsste aber eine Entschädigung gezahlt werden – im Interesse der Aktionäre und auch der Beschäftigten.

APA/ag

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