Neue Tiwag-Gesellschaft forciert „neue Energie“

11. Oktober 2021, Innsbruck/Jenbach
TIWAG- Vorstand Erich Entstrasser mit AR-Chef Reinhard Schretter (re

Die neu gegründete Gesellschaft der Tiroler Wasserkraft AG (Tiwag), die unter TINEXT-TIWAG Next Energy Solutions GmbH auftreten und agieren wird, soll künftig sukzessive sämtliche Tiwag-Aktivitäten und Großprojekte abseits der Wasserkraft abwickeln und bündeln. Dazu nimmt man für die neue GmbH des Landesenergieversorgers in den nächsten sechs Jahren rund 150 Mio. Euro in die Hand.

Besonders möchte man dabei auf die Zukunftsenergiequelle Photovoltaik setzen, hieß es seitens der Verantwortlichen am Montag bei einer Pressekonferenz in Jenbach (Bezirk Schwaz). „Die Tiwag setzt damit wichtig Schritte in Richtung Kompetenzerweiterung im Bereich der erneuerbaren Energie“, sagte Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP). Ebenjene neue Schwerpunktsetzung sei ganz auf der Linie der Tiroler Landesregierung, die „Klimaschutz ganz oben auf ihrer Agenda hat“, so Platter, der auch TIWAG-Eigentümervertreter ist. Zugleich soll die neue Gesellschaft künftig als zentrale Drehscheibe und Kompetenzzentrum für die Umsetzung der Zukunftstechnologien in Kooperationen mit der Forschung und Wissenschaft fungieren.

Man müsse dazu aber jedenfalls auch auf die „herausfordernden und raschen Umbrüche“ im Energiesektor reagieren um neben klimagerechten auch „zukunftsträchtige Energie- und Versorgungslösungen“ zu etablieren, betonte darüber hinaus der Tiwag-Aufsichtsratsvorsitzende, Reinhard Schretter. Man forciere daher neben Photovoltaik auch den Ausbau einer CO2-armen Wärmeversorgung und wolle mittels „Sektorenkoppelung“ eine „energieoptimale Nutzung aller Energieträger“ erreichen, so der Aufsichtsratsvorsitzende.

Auch Themen wie Biogas und Elektromobilität werden eine wesentliche Rolle bei der TINEXT spielen, berichtete Erich Entstrasser, Tiwag-Vorstandsvorsitzender. Zentral bei all diesen Schwerpunkten und Vorhaben sei, dass man mit der neuen GmbH eine „Umsetzungsgesellschaft“ aus der Taufe gehoben habe und man somit auch „Projekte rasch zur Umsetzung bringen will“.

So sollen laut Entstrasser beispielsweise 2022 bereits die ersten Photovoltaik-Großanlagen in Betrieb gehen, zudem will man auch zusätzliche Heizwerke errichten. Bis 2026 soll die Sonnenstromproduktion über TINEXT auf eine Leistung von 23.000 Kilowatt (kWp) ausgebaut werden. Das entspricht der Jahresleistung des Laufkraftwerks Kirchbichl. Die Tiwag selbst will sich indes vornehmlich um Wasserstoffprojekte kümmern, etwa um die Wasserstoffanlage in Kufstein, die sich derzeit in der Genehmigungsphase befindet.

Mit einem „echten Schub nach all den Jahren, in denen gerade die Photovoltaik von der Tiwag stiefmütterlich behandelt wurde“, rechnete indes der grüne Tiroler Klubobmann und Energiesprecher Gebi Mair. Aktuell werde nur etwas über ein Prozent des Tiroler Strombedarfs aus Sonnenenergie gedeckt. Dabei seien acht von zehn Dächern für Photovoltaik-Anlagen geeignet, unterstrich Mair. Nur durch Strom aus erneuerbaren Energieträgern werde die von Tirol angestrebte Energieautonomie erreicht.

Mair zeigte sich „überaus erfreut“ über die erste Neuerung, die sich aus dem im September fixierten Leitantrag Klimaschutz der Landesregierung ergeben hat. Neben der neuen Gesellschaft umfasst der Leitantrag im Photovoltaikbereich unter anderem die verpflichtende Errichtung von PV-Anlagen bei Neubauten im Einflussbereich des Landes ab 1. Jänner 2022 und den Ausbau von Photovoltaik über großen Parkplätzen sowie auf Lärmschutzwänden entlang der Autobahn.

APA

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