Ägypten und Europa wollen ihre Stromnetze verbinden

14. Oktober 2021, Athen

Ägypten, Griechenland und Zypern wollen eine wichtige Verbindung ihrer Elektrizitätsnetze mit einem knapp 1.400 Kilometer langen Stromkabel auf dem Meeresboden des östlichen Mittelmeeres herstellen. Eine entsprechende Absichtserklärung haben die Energieminister Griechenlands und Ägyptens am Donnerstag in Athen unterzeichnet.

Wie die griechische Regierung weiter mitteilte, werde nach Fertigstellung des Kabels Strom aus Ägypten zunächst nach Zypern und danach nach Kreta und damit in die EU geleitet werden. Zypern soll am Freitag das gleiche Dokument unterzeichnen, berichtete der zypriotische staatliche Rundfunk.

Das Projekt sei bedeutsam sowohl für die Umwelt als auch für die Unabhängigkeit Europas von Energielieferungen aus Russland, sagten Energieexperten im Staatsrundfunk Griechenlands. Ägypten kann mit großen Solarenergiekollektoren Strom erzeugen. Zudem verfügt das Land über große Erdgasvorkommen vor der Küste der Hafenstadt Alexandria und kann auch damit Strom produzieren.

Die neue Energieverbindung könnte nach Einschätzungen der Athener Wirtschaftspresse bis 2023 fertiggestellt sein. Das Unternehmen „Euroafrica Interconnector“ werde auch versuchen, von der EU finanziell unterstützt zu werden, berichtete der staatliche griechische Rundfunk. Wirtschaftsexperten in Athen rechnen mit Kosten in der Höhe von 2,5 Milliarden Euro.

In der Region des östlichen Mittelmeers wird bereits an einem anderen Stromkabel gearbeitet, durch das Strom aus Israel über Zypern und Kreta und damit auch in die EU geleitet werden soll. Diese Verbindung wird von der EU mit 647 Mio. Euro finanziert und soll 2023 fertig sein.

APA/dpa

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