BBC: Dokumente belegen Lobby-Versuche bei UN-Klimareport

21. Oktober 2021, London
Es geht vor allem um CO2 und deren Äquivalente
 - Hannover, APA/dpa

Mehrere Länder haben einem Bericht der BBC zufolge versucht, die Notwendigkeit einer raschen Abwendung von fossilen Energieträgern in einem UN-Report zum Klimawandel herunterzuspielen. Das geht aus Dokumenten des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) hervor, an die Greenpeace-Aktivisten gelangen konnten und mit der BBC teilten.

Demnach solle sich unter anderem Saudi-Arabien und Australien dafür eingesetzt haben, dass in dem Bericht Forderungen nach einem raschen Ende für fossile Brennstoffe abgeschwächt oder ganz gestrichen werden. Der Report gilt als wichtige Grundlage für die Verhandlungen bei der anstehenden UN-Weltklimakonferenz in Glasgow Anfang November.

Der IPCC oder der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen, wie das Gremium auf Deutsch genannt wird, betonte, die Kommentare von Regierungen seien wesentlicher Teil des Überprüfungsprozesses für den Entwurf des alle sechs bis sieben Jahre erstellten Berichts. Die beteiligten Wissenschafter stünden unter keinerlei Druck, die Vorschläge zu übernehmen.

Die an Journalisten weitergegebenen Dokumente enthalten der BBC zufolge rund 32.000 Einlassungen verschiedener Regierungen, Unternehmen und Interessengruppen. Sie seien zum größten Teil konstruktiv abgefasst und zielten darauf, die Qualität des abschließenden UN-Reports zu verbessern, so die BBC.

Unter anderem die Schweiz soll aber beispielsweise versucht haben, Referenzen zur Bedeutung finanzieller Hilfen von reicheren an ärmere Länder im Kampf gegen den Klimawandel abzuschwächen. Aus Brasilien und Argentinien seien Argumente gegen die Empfehlung gekommen, den Fleischkonsum zu reduzieren. Mehrere Länder, darunter China und Japan machten sich für Technologien stark, durch die der Ausstoß von CO2 gebunden statt verhindert werden soll. Mehrere vornehmlich osteuropäische Länder setzten sich der BBC zufolge für eine positivere Betrachtung von Atomenergie ein.

APA/dpa

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