Ukrainische Firmen wollen bei Nord-Stream-Zulassung mitreden

21. Oktober 2021, Kiew/Moskau
41890348263385684_BLD_Online

Im Streit über die fertiggestellte Erdgaspipeline Nord Stream 2 haben zwei ukrainische Staatsunternehmen eigenen Angaben zufolge eine Beteiligung am Zulassungsverfahren bei der deutschen Bundesnetzagentur beantragt. Die Zertifizierung der Ostseepipeline zwischen Russland und Deutschland berühre die kommerziellen Interessen der Ukrainer, hieß es. Bereits der staatliche Gaskonzern Naftohas Ukrajiny hatte eine Teilnahme am Zertifizierungsverfahren beantragt.

„Nord Stream 2 ist nicht auf eine Diversifizierung der Routen für den Gastransport ausgerichtet und gefährdet die Sicherheit der Gaslieferungen nach Europa“, erklärte der Generaldirektor des Betreiberunternehmens für das ukrainische Gastransportsystem, Serhij Makohon, laut Mitteilung vom Donnerstag.

Die deutsche Bundesnetzagentur hat bis Anfang Jänner Zeit, über eine Betriebserlaubnis für die umstrittenen Röhren zu entscheiden, die jährlich bis zu 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas von Russland nach Deutschland liefern soll. Mit der Inbetriebnahme droht das ukrainische Gastransportsystem für den Transit in die EU überflüssig zu werden. Der chronisch finanziell angeschlagenen Ukraine würden dadurch Transitgebühren in Millionenhöhe entgehen. 2020 wurden über die Ukraine noch knapp 56 Milliarden Kubikmeter Erdgas transportiert.

Die Gaspreise haben in Europa Rekordwerte erreicht. Kritiker des russischen Energieriesen Gazprom vermuten, dass dieser nicht auf die erhöhte europäische Nachfrage reagiere, um eine rasche Inbetriebnahme von Nord Stream 2 zu erzwingen. Die russische Seite hat solche Anschuldigungen mehrfach zurückgewiesen.

APA/dpa

Ähnliche Artikel weiterlesen

CO2-Bepreisung lässt ab morgen die Spritpreise steigen

30. September 2022, Wien
An den Tankstellen könnte heute wieder Hamstern angesagt sein
 - Sopron, APA/THEMENBILD

KPMG bescheinigt der Wien Energie solide Finanzen

30. September 2022, Wien
Michael Strebl, Wien Energie-GF
 - Wien, APA/HANS PUNZ

Gewessler pocht auf Sicherheit bei Gaspreisdeckel

30. September 2022, Brüssel
EU-Energieminister wollen hohe Strompreise deckeln
 - Frankfurt (Oder), APA/dpa-Zentralbild

EU-Staaten beschließen Maßnahmen gegen hohe Strompreise

30. September 2022, Brüssel
EU-Energieminister wollen hohe Strompreise deckeln
 - Frankfurt (Oder), APA/dpa-Zentralbild