Schwankende Rohstoffpreise drückten Shell ins Minus

28. Oktober 2021, Den Haag/London
Shell mit Einbußen - London, APA/AFP

Der britisch-niederländische Ölkonzern Shell ist im dritten Quartal wegen der Turbulenzen an den Rohstoffmärkten überraschend in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich stand in den Monaten Juli bis September ein Verlust von 447 Mio. Dollar (385 Mio Euro) in den Büchern, wie das Unternehmen am Donnerstag in Den Haag mitteilte.

Grund dafür war eine Abschreibung von 5,2 Mrd. Dollar auf die Bewertung von Terminkontrakten für Rohstoffe, die das Unternehmen zur Absicherung von Schwankungen an den Märkten abgeschlossen hatte.

Zudem belasteten im vergangenen Vierteljahresabschnitt die Folgen des Hurrikans Ida, der zu Ausfällen bei der Förderung führte. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn ging deshalb im Quartalsvergleich trotz höherer Ölpreise um rund ein Viertel auf 4,1 Mrd. Dollar zurück. Das kommt für Aktienanalysten überraschend – diese hatten mit einem Gewinn auf dem Niveau des zweiten Quartals gerechnet. Der Umsatz lag wie im zweiten Quartal bei knapp 62 Mrd. Dollar.

Da der Vorjahreswert noch stark von den Folgen der Corona-Krise und dem damit einhergehenden Ölpreisverfall belastet war, macht der Quartalsvergleich mehr Sinn. Inzwischen hat sich der Markt deutlich erholt und Öl kostet so viel wie seit Jahren nicht mehr.

Aufspaltung gefordert

Weiters hat der aktivistische Investor Third Point hat einem Medienbericht zufolge eine große Beteiligung an Royal Dutch Shell erworben und fordert dessen Aufspaltung. Die Beteiligung sei mehr als 500 Millionen Dollar wert und mache Third Point zu einem der größten Anteilseigner von Shell, berichtet das „Wall Street Journal“ (WSJ) unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Third Point von Star-Investor Daniel Loeb dränge den Ölmulti, sich aufzuspalten. Shell sollte die Gründung zweier eigenständiger Unternehmen in Betracht ziehen. Die eine Gesellschaft sollte die alten Geschäftsbereiche beherbergen, die andere Firma sich auf das Geschäft mit erneuerbare Energien konzentrieren, berichtete das „WSJ“ weiter.

APA/dpa-AFX

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