Verbund mit kräftigem Gewinnanstieg bis September

4. November 2021, Wien
Verbund verdiente heuer bis September mehr
 - Wien, APA

Ein höheres Strom-Großhandelspreisniveau durch teurere Primärenergieträger und CO2-Zertifikate haben dem Stromkonzern Verbund bis September trotz rückläufiger Umsätze zu einem kräftigen Gewinnanstieg verholfen. Das EBITDA wuchs in den ersten neun Monaten um 16,3 Prozent auf 1,151 Mrd. Euro, und der Nettogewinn (Konzernergebnis) legte um 23,0 Prozent auf 587,4 Mio. Euro zu.

Das bereinigte Konzernergebnis stieg um 20,9 Prozent auf 566,2 Mio. Euro, die Umsatzerlöse verringerten sich um 29,0 Prozent auf 1,791 Mrd. Euro, teilte das börsennotierte Unternehmen am Donnerstag mit. Der Erzeugungskoeffizient der Laufwasserkraftwerke lag mit 0,99 um 1 Prozentpunkt unter dem langjährigen Schnitt und um 1 Prozentpunkt über dem Vergleichswert des Vorjahres. Die Erzeugung der Jahresspeicherkraftwerke sank in den neun Monaten wegen eines geringeren Wälzbetriebs deutlich um 10,7 Prozent.

Die Verbund-Stromerzeugung aus Wasserkraft sank somit insgesamt gegenüber der Vorjahresperiode um 589 Gigawattstunden (GWh) oder 2,4 Prozent auf 23.680 GWh, der im Schnitt erzielte Absatzpreis in der Wasserkraft-Eigenerzeugung stieg aber um 7,4 Euro auf 51,3 Euro pro Megawattstunde (MWh). Positiv auf die Ergebnisentwicklung hätten die deutlich höheren kurzfristigen Preise auf dem Strom-Großhandelsmarkt gewirkt, während die Terminmarktpreise im relevanten Zeitraum rückläufig gewesen seien. Dazu gekommen sei ein positiver Ergebnisbeitrag aus der per 31. Mai d.J. erfolgten Vollkonsolidierung der Gas Connect Austria, heißt es.

Insgesamt belief sich die Eigenerzeugung des Verbund von Jänner bis September auf 24.581 GWh, um 4,6 Prozent weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum. Zu den 23.680 GWh Wasserkraft-Aufbringung kamen heuer u.a. noch 587 GWh Windstrom (-13,7 Prozent) sowie 2 GWh Solarstrom hinzu (der Erzeugungskoeffizient der Neuen Erneuerbaren lag bei 0,88 nach 1,02 vor Jahresfrist) sowie 313 GWh Elektrizität aus Wärmekraft (-61,3 Prozent). Dabei produzierte das Gas-Kombi-Kraftwerk Mellach durch einen geringeren Engpassmanagement-Einsatz weniger Strom, und das Fernheizkraftwerk Mellach kam heuer nur kurzzeitig zum Einsatz. Samt 19.934 GWh aus Fremdbezug Handel und Vertrieb (-11,4 Prozent) sowie 2.671 GWh aus Fremdbezug Verlust- und Regelenergie (+13,9 Prozent) belief sich die gesamte Verbund-Stromaufbringung auf 47.186 GWh (-6,8 Prozent).

Vom gesamten Verbund-Stromabsatz von 44.194 GWh (-6,7 Prozent) in den neun Monaten gingen 10.581 GWh (+4,3 Prozent) an Endkunden, 19.734 GWh (-9,8 Prozent) an Weiterverteiler und 13.879 GWh (-9,4 Prozent) an Händler, wobei diese vor allem an Auslandskunden weniger lieferten. Der Verbund-Kundenstock belief sich per 30.9. auf rund 535.000 Strom- und Gaskunden.

Vom Stromabsatz gingen heuer mit 15.456 GWh um 11,0 Prozent weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum nach Deutschland, während die Menge nach Frankreich mit 3.088 GWh praktisch gleich blieb. Der Löwenanteil von 57 Prozent wurde mit 25.114 GWh in Österreich abgesetzt (-4,3 Prozent).

Am Spotmarkt Österreich sowie am Spotmarkt Deutschland zogen die Preise auf dem Großhandelsmarkt für Strom in den drei Quartalen – nach dem Covid-19-bedingten starken Rückgang im Vorjahr – wieder deutlich an, heißt es im Neunmonatsbericht. Die Preise für Grundlast stiegen in Österreich im Schnitt um 141 Prozent auf 72,5 Euro pro MWh, in Deutschland um 150 auf 69,2 Euro. Jene für Spitzenlast stiegen in Österreich um 134 Prozent auf 82,8 Euro/MWh, in Deutschland um 134,0 Prozent auf 77,5 Euro/MWh.

Laut dem erst Mitte Oktober erneut angehobenen Ausblick für 2021 wird vom Verbund für heuer – auf Basis einer durchschnittlichen Eigenerzeugung aus Wasser- und Windkraft im 4. Quartal sowie der Chancen- und Risikolage – ein EBITDA von rund 1,49 bis 1,59 Mrd. Euro und ein Konzernergebnis von rund 740 bis 810 Mio. Euro erwartet. Für 2021 ist eine Ausschüttungsquote zwischen 45 und 55 Prozent bezogen auf das um Einmaleffekte bereinigte Konzernergebnis in Höhe von rund 720 bis 790 Mio. Euro vorgesehen.

Der betriebswirtschaftliche Personalstand des Konzerns war heuer im Schnitt mit 3.110 (2.858) um 8,8 Prozent höher.

APA

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