Gaspreise könnten weiterhin hoch bleiben

16. November 2021, Istanbul

Die Internationale Energieagentur (IEA) warnt vor anhaltend hohen Gaspreisen. „Wenn wir keinen strengen Winter haben und Russland die Exporte erhöht, werden wir eine relative Abschwächung der Preise erleben“, sagte IEA-Chef Fatih Birol am Freitag. „Es ist jedoch möglich, dass die Preise erhöht bleiben, wenn die Gaslieferungen nach Europa nicht steigen und der Winter hart ist.“


Die Gaspreise sind in den letzten Monaten auf Rekordstände geklettert und haben die Kalkulationen der Versorger durcheinandergewirbelt. Die Gasspeicher in Europa sind nicht so gut gefüllt wie im vergangenen Jahr. Die Versorger geben die Großhandelspreise unterdessen an die Verbraucher weiter. Für zusätzliche Unruhe sorgte zuletzt der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko, der am Donnerstag im Streit mit der EU den Stopp von Gaslieferungen an die Europäer ins Gespräch gebracht hatte.


Die hohen Energiepreise waren gestern auch Thema auf dem Teuerungsgipfel, zu dem die SPÖ geladen hatte. Parteichefin Pamela Rendi-Wagner meinte, niemand in Österreich dürfe frieren und kündigte für nächste Woche ein Maßnahmenpaket an. ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian forderte ein „Winterpaket“ mit 120 Mio. Euro für Heizkostenzuschüsse für die ärmsten 10 %der Haushalte. Weiters solle gemäß einem Vorschlag der EU-Kommission die Umsatzsteuer für Gas und Strom für Haushalte temporär gesenkt werden und für die Energieanbieter sollte ein Abschaltestopp gelten.


AK-Präsidentin Renate Anderl warnte vor einer „Armutskrise“ und Pensionistenverbands-Präsident Peter Kostelka will einen Heizkostenzuschlag und einen „Teuerungshunderter“ für Pensionisten.

Tiroler Tageszeitung

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