Slowenien startete UVP-Verfahren für AKW Krsko

17. November 2021, Ljubljana

Vergangene Woche startete in Slowenien die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für die geplante Laufzeitverlängerung des Atomkraftwerks Krsko über das Jahr 2023 hinaus. Die Entscheidung über den Weiterbetrieb für weitere 20 Jahre wird erst 2023 getroffen, im ersten Quartal 2022 sind grenzübergreifende Konsultationen mit Österreich vorgesehen, hieß es aus dem slowenischen Umweltministerium auf APA-Anfrage.

Der Betreiberkonzern NEK (Nuklearna Elektrarna Krsko) reichte am 9. November einen Antrag für die Laufzeitverlängerung ein, womit das Umweltministerium das UVP-Verfahren einleiten konnte. Daraufhin seien gemäß der Espoo-Konvention zur grenzüberschreitenden UVP auch alle Nachbarstaaten notifiziert worden, hieß es in Ljubljana. Das Ministerium will nun bis Dezember die eingereichten Unterlagen technisch prüfen und für die Übersetzung ins Deutsche sorgen. Österreich soll auch ein Expertenpapier zur Prüfung von Umweltauswirkungen bei Laufzeitverlängerung erhalten.

Slowenien wolle bei dem UVP-Verfahren für das AKW Krsko „gute Praxis im europäischen und internationalen Vergleich“ herstellen, betonte das Umweltministerium. Die grenzüberschreitenden Konsultationen sind laut dem Umweltministerium zwischen Jänner und März 2022 vorgesehen. Damit werde eine „angemessene“ Beteiligung der Öffentlichkeit von mindestens 30 Tage gewährleistet, hieß es.

Ljubljana wies Angaben der österreichischen Umweltorganisation Global 2000 zurück, wonach sich die grenzüberschreitende Prüfung um mehrere Monate verzögere. „In dem grenzüberschreitenden Verfahren haben slowenische Behörden keine Verspätung“, hieß es gegenüber der APA. Das UVP-Verfahren konnte laut dem Ministerium erst dann starten, nachdem der Antrag für die Laufzeitverlängerung eingereicht worden war. Sobald die Dokumentation an Österreich überreicht werde, werden auch die Fristen für die öffentliche Auflage und technische Konsultationen beginnen.

Ohne die Entscheidung zu präjudizieren, zeigte sich das slowenische Umweltministerium überzeugt davon, das UVP-Verfahren rechtzeitig abschließen zu können. Der Fall befinde sich derzeit in einer Phase, die eine rechtzeitige Durchführung aller Verfahren und Konsultationen ermöglicht, hieß es. Die jetzige Betriebsgenehmigung für das AKW läuft 2023 aus.

Das Atomkraftwerk Krsko, das im gemeinsamen Besitz von Slowenien und Kroatien steht, wurde 1983 in Betrieb genommen. Die Laufzeit soll bis 2043 verlängert werden. In Österreich stoßen diese Pläne auf heftigen Widerstand von Umweltschützern und Politik. Neben dem fortgeschrittenen Alter der Anlage sorgt auch deren Lage im Erdbebengebiet für Besorgnis. Das AKW Krsko liegt rund 100 Kilometer von Österreich entfernt. Slowenien, das ein Drittel seines Strombedarfs mit dem AKW deckt, erwägt den Bau eines zweiten Reaktorblocks am gleichen Standort. Im Sommer gab es für das neue AKW bereits eine Energiegenehmigung, womit das erforderliche Genehmigungsverfahren gestartet wurde.

APA

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