Die Teuerungswelle bei Strom erreicht Kärnten

18. November 2021

Die Kelag dreht an der Preisschraube für Strom und Gas. Vorerst ist nur ein Teil der Haushalte davon betroffen.
Weltweit klettern die Preise für Energie nach oben. Ausgehend von stark steigenden Gaspreisen haben auch die Großhandelspreise für Strom angezogen. Der Österreichische Strompreisindex für Dezember liegt um 84 Prozent höher als vor einem Jahr. Immer mehr Energieversorger ziehen in der Folge an der Preisschraube für Konsumenten. Nun erreicht die Teuerungswelle Kärnten, auch die Kelag erhöht Stromtarife. Einzelne „Wahltarife“ werden mit 15. Dezember um bis zu sieben Prozent angehoben. Betroffen sind davon rund zehn Prozent aller Kelag-Stromkunden. Laut Kelag beträgt die monatliche Mehrbelastung im Schnitt rund fünf Euro bei durchschnittlichem Verbrauch. Gleichzeitig läuft die Gültigkeit einiger „Wahltarife“ aus, diesen Kunden will der Versorger den Umstieg auf andere Tarife anbieten.

Der Preis für Erdgas der Kelag steigt ebenfalls. Nahezu alle der rund 8000 Gasbezieher in Kärnten, rund drei Prozent der Haushalte, sind betroffen. Die Preise werden, je nach Tarif, um bis zu 16 Prozent angehoben, das entspricht einer monatlichen Mehrbelastung um bis zu 16 Euro. Die Preise werden mit 1. Jänner 2022 erhöht. Betroffene Kunden erhalten eine Benachrichtigung.

Kelag-Vorstand Danny Güthlein betont, dass die „günstigen Stromtarife nicht mehr haltbar waren“. Diese schließen nun zum üblichen Preisniveau auf. Für 90 Prozent der Stromkunden ändere sich vorerst nichts. „In diesem Jahr kommt es zu keiner Erhöhung.“ Die teuren Großhandelspreise für Strom seien allerdings eine Belastung im Einkauf. „Wenn das so bleibt, wird man etwas tun müssen“, kündigt Güthlein mögliche weitere Preiserhöhungen für jene, die jetzt „ungeschoren“ bleiben, an.

Kritik an der Preiserhöhung äußerte die Opposition. Gerhard Köfer, Chef des Team Kärnten (TK), fordert Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) auf, sich dafür einzusetzen, dass „die Preissteigerungen nicht in dieser Dramatik eintreten.“ Der Heizkostenzuschuss müsse durch einen Stromkostenzuschuss erweitert werden, fordern unisono Köfer und FPÖ-Klubobmann Gernot Darmann, der SPÖ und ÖVP „soziale Kälte“ vorwirft. ÖVP-Chef Martin Gruber betont, dass das Land bereits Hilfsangebote mache. Strompreise würden „nicht in Kärnten gemacht, sondern am Weltmarkt“. Andreas Schäfermeier, der Sprecher von LH Kaiser, verweist auf soziale Unterstützungsmaßnahmen der Kelag. Es sei bedauerlich, dass der Energieversorger „aufgrund internationaler Entwicklungen gezwungen ist, die Gas- und Strompreise anzuheben“.

Kleine Zeitung

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