Debatte über neues Abklingbecken für Atommüll in Frankreich

22. November 2021, Cherbourg

Angesichts der wachsenden Menge an Atommüll haben in Frankreich öffentliche Beratungen über den Ausbau der Wiederaufbereitungsanlage in La Hague begonnen. Bis Mitte Februar kommenden Jahres können sich Bürger online und bei Veranstaltungen in der Region informieren und ihre Meinung zu dem Projekt äußern. Eine Website namens projet-piscine.edf.fr wurde am Montag freigeschaltet.

Konkret geht es um den Bau eines zweiten Abklingbeckens. Dieses soll verhindern, dass das erste Becken völlig voll läuft. Dies sei „schneller als erwartet“ zu befürchten, heißt es in einem Schreiben der Atomaufsicht vom Oktober. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Behörde den Ausbau als „dringend nötig“ bezeichnet.

Der mehrheitlich staatliche französische Atomkonzern Orano hat bereits beantragt, in dem bisherigen Becken mehr Brennstäbe zu lagern als ursprünglich geplant. Das neue Abklingbecken soll 1,25 Milliarden Euro kosten und Platz für 6.500 Tonnen Brennstäbe haben. Laut EDF könnte es von 2034 an genutzt werden. Das bisherige Becken hat eine Kapazität von knapp 10.000 Tonnen.

Die Umweltorganisation Greenpeace schätzt, dass das derzeitige Abklingbecken bereits 2028 ausgelastet sein könnte. Die Organisation plädiert dafür, die Brennstäbe nicht mehr zur Wiederaufbereitung nach La Hague zu transportieren, sondern sie in der Nähe der jeweiligen Atomkraftwerke zu lagern.

APA/ag

Ähnliche Artikel weiterlesen

Breton: AKWs in der EU benötigen 500 Milliarden Euro Investitionen

10. Jänner 2022, EU-weit/Brüssel

„Grünes Label“ für Atom und Gas laut Berlin nicht abzuwenden

10. Jänner 2022, EU-weit/Berlin
Deutschland nahm erst zu Silvester ein AKW vom Netz
 - Emmerthal, APA/dpa

Europarechtler rät von Klage gegen EU-Energie-Einstufung ab

4. Jänner 2022, Wien/Brüssel
Gewessler will klagen - Experte sieht keine großen Erfolgschancen
 - Wien, APA/HANS PUNZ

Schweiz unterzeichnet Erklärung mit EU-Staaten gegen Stromkrise

2. Dezember 2021, Bern
Schweiz Energieministerin Simonetta Sommaruga
 - Bern, APA/AFP