Energie Burgenland investiert zwei Milliarden Euro

28. Dezember 2021, Eisenstadt
Energie Burgenland-Vorstandsvorsitzender Stephan Sharma
 - Eisenstadt, APA/ROBERT JAEGER

Die Energie Burgenland investiert bis 2025 zwei Milliarden Euro unter anderem in Windkraft, Photovoltaik und das Netz. Bis Jahresmitte, spätestens im Herbst soll die Finanzierung stehen, erklärte Vorstandsvorsitzender Stephan Sharma im APA-Interview. Das Unternehmen münzt die 3G-Regel 2022 in das Motto „Gescheit, günstig, grün“ um, kündigte er an.

Das abgelaufene Jahr sei aufgrund der Coronapandemie und der Energiekrise mit extrem hohen Strompreisen das herausforderndste und schwierigste in der Unternehmensgeschichte gewesen, stellte der Vorstandsvorsitzende fest: „Wir waren dennoch sehr erfolgreich und haben das Unternehmen für die Zukunft neu ausgerichtet.“ Bis 2025 will die Energie Burgenland zwei Milliarden Euro in die Windkraft, in die Photovoltaik, das Netz, Breitband und Kundenlösungen investieren. Für die Finanzierung ist eine europaweite Ausschreibung geplant. „Spätestens im Herbst werden wir eine Entscheidung treffen, mit wem wir das umsetzen.“ Bei derartigen grünen Investitionen herrscht laut Sharma jedenfalls große Nachfrage.

Das Konzernergebnis 2020/21 lag mit 19,8 Mio. Euro leicht über dem Budget. 61 neue Arbeitsplätze sind im Burgenland entstanden, dies sei der höchste Personalzuwachs in den vergangenen zehn Jahren. 140 Mio. Euro Investment im Burgenland seien auch das höchste Investment des Unternehmens seit mehr als 15 Jahren.

„Wir sind mittendrin auf dem Weg zur grünen Nummer eins“, so Sharma. Im Laufen ist derzeit auch das größte Wind Repowering Programm Österreichs. In Zuge dessen werden 61 alte Anlagen durch 53 neue Windräder ersetzt. Die Investitionen belaufen sich hier auf 240 Mio. Euro im Burgenland. Das Repowering soll bis September 2022 abgeschlossen sein, kündigte Sharma an. Im Landesnorden sei das Potenzial für Windkraft nun nahezu erschöpft, vereinzelt gebe es noch Verdichtung, zusätzliche Standorte wären hingegen im Mittelburgenland möglich und werden evaluiert.

Die Energie Burgenland will auch bei der Photovoltaik Nummer eins werden. Die installierte Leistung an Sonnenstrom wurde zuletzt um 250 Prozent auf 35 MWp gesteigert. „Die beste Art, sich unabhängig zu machen von der Strompreisentwicklung, ist eine Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach“, stellte Sharma fest. 1.000 derartige Projekte seien bereits in Realisierung. In Güssing, Nickelsdorf und Schattendorf sind die ersten Sonnenparks vor der Errichtung. Mit diesen Projekten könne man regionalen Strom mit einem Fixpreis für sieben Jahre anbieten. In Wimpassing an der Leitha (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) sollen die Bürger zu einer Flächenanlage befragt werden, sollte diese abgelehnt werden, werde sie nicht umgesetzt, so Sharma. Viele Gemeinden und Bürger würden jedoch die Projekte unterstützen und: „Die Strompreise gehen durch die Decke und es ist noch kein Plafond erreicht. Es gibt nur eine Antwort, den Ausbau der Erneuerbaren Energie.“

Für die Umsetzung brauche es aber auch die Netzinfrastruktur im Mittel- und Südburgenland und hierzu werde das Stromnetz um 70 Kilometer von Oberpullendorf nach Rotenturm und von dort bis Güssing ausgebaut.

Die Energie Burgenland sei trotz der Energiekrise und exorbitant gestiegener Strompreise der günstigste Stromanbieter im Burgenland. Seit Oktober gab es laut Sharma dreimal so viele Kundenzuwächse wie in den vergangenen Jahren.

Mit Wind und Sonnenkraft sei es aber nicht getan. Um das Ziel, bis 2030 eine der ersten klimaneutralen Regionen zu werden, zu erreichen, brauche es auch die Bereiche Wärme und Mobilität, wofür das Unternehmen kommendes Jahr ebenfalls neue Lösungen anbieten werde.

APA

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