IG Windkraft kritisiert Nutzung von Atomstrom in Österreich

3. Jänner 2022, St. Pölten
Auch Österreich nutzt Atomstrom
 - Gundremmingen, APA/dpa

Die Windstrom-Lobbyorganisation IG Windkraft äußert Kritik an der Nutzung von Atomenergie in Österreich und fordert die Politik zum Ausbau erneuerbarer Energien auf. Nach wie vor enthalte der österreichische Strommix bis zu 11 Prozent Atomstrom. „Für ein Land, das sich gerne als Kämpfer gegen die Atomkraft positioniert, ist das wahrlich kein Ruhmesblatt“, urteilte Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft, am Montag in einer Aussendung.

Irreführend mit Blick auf die tatsächliche Nutzung von Atomenergie in Österreich sei der Stromkennzeichnungsbericht der Energieregulierungsbehörde E-Control. Keine Nachweise aus „Nuklearenergie“ bedeuteten nämlich nicht, dass Österreich frei von Atomstrom sei. „Die Nachweise sagen leider zumeist nichts darüber aus, woher der Strom stammt“, meinte Moidl. „Denn die Stromherkunftsnachweise werden unabhängig vom verkauften Strom gehandelt.“

In Österreich sei es möglich, reinen Atomstrom als Ökostrom zu verkaufen. Hierfür müsse man sich nur einen Herkunftsnachweis für erneuerbare Energie besorgen und könne damit Atomstrom als erneuerbaren Strom deklarieren, kritisierte er. Der genaue Anteil von Atomstrom im Strommix sei aber nicht so einfach zu bestimmen. „Je nach Berechnungsmethode liegt der Atomstromanteil dann zwischen 0,9 und 10,7 Prozent. Diese Unklarheiten könnten mit einem Schlag gelöst werden, wenn die Herkunftsnachweise nicht getrennt vom Strom gehandelt werden dürften.“

„Die einzige Möglichkeit den Atomstrom aus den österreichischen Netzen zu drängen, ist der rasche Ausbau der erneuerbaren Energien“, forderte Moidl und bemängelte, dass es derzeit für neue Windparks „gar keine Perspektive“ gebe. Die Branche warte auf das vollumfängliche Inkrafttreten des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) und auf das Aktivwerden der Bundesländer bei der Anpassung der Rahmenbedingungen, so Moidl.

APA

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