Uniper: Aus für Nord Stream 2 wäre Risiko für Gasversorgung

4. Jänner 2022, Moskau
Uniper warnt vor einem Aus der Pipeline
 - Lubmin, APA/dpa

Klaus-Dieter Maubach, der Chef des deutschen Energiekonzerns Uniper, erwartet trotz der Debatten in der Ampel-Koalition Mitte 2022 grünes Licht für die umstrittene Pipeline Nord Stream 2. „Ich sehe da keine politische Beeinflussung, die Netzagentur prüft wie vorgesehen. Mitte 2022 könnte es so weit sein. Nord Stream 2 ist wichtig“, sagte Maubach der Zeitung „Rheinische Post“ (Dienstagausgabe).

„Aber natürlich gibt es politische Risiken: Wenn sich der Konflikt Russland-Ukraine verschärft, könnte die Pipeline Ziel von US-Sanktionen werden. Hier ist jetzt Diplomatie am Hochreck gefordert.“ Jede zusätzliche Import-Möglichkeit helfe, die Lage auf dem Gasmarkt zu entspannen. „Ein Aus wäre ein wirtschaftliches Risiko für uns und ein Risiko für die Gasversorgung in Europa. Das müssen die politisch Verantwortlichen wissen. Deutschland importiert über 90 Prozent seines Gasbedarfs aus dem Ausland, davon wiederum gut die Hälfte aus Russland. Von den rund 400 Terawattstunden, die wir Deutschen jedes Jahr netto aus Russland importieren, entfallen allein fast 250 Terawattstunden auf Langfristverträge, die Uniper mit Russland hält.“

Das elf Milliarden teure Projekt ist laut Russlands Präsident Wladimir Putin betriebsbereit. Eigentlich hatte der die Doppelröhre schon 2019 fertiggestellt werden sollen, doch der Bau war durch die Androhung von Sanktionen durch die USA unterbrochen worden. Ihrer Ansicht nach wird Europa durch die Pipeline abhängiger von russischem Gas.

Polen und die Ukraine sind ebenfalls Gegner der Pipeline, und auch die neue rot-grün-gelbe Bundesregierung in Deutschland sieht das Projekt kritischer als ihre Vorgängerin. An der Finanzierung der Pipeline sind auch die OMV sowie Uniper und die BASF-Tochter Wintershall beteiligt.

APA/Reuters

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