Lieferketten bleiben Problem für die Industrie

5. Jänner 2022, Wien
IV-Präsident Georg Knill
 - Wien, APA/BKA

Die österreichische Industrie hat ein erfolgreiches Jahr hinter sich. Die Pandemie hat die Produktion nicht merklich eingeschränkt, lediglich die anhaltenden Lieferengpässe bleiben ein Problem. Auch für das Jahr 2022 rechnet die Branche mit einer positiven Entwicklung, so der Präsident der Industriellenvereinigung, Georg Knill, und der Vorstand der Oesterreichischen Kontrollbank, Helmut Bernkopf, im Interview mit den „Salzburger Nachrichten“.

„Österreichs Industrie ist gut aufgestellt und nimmt daher am internationalen Aufschwung stark teil“, sagte Knill. Die Produktion habe das Vorkrisenniveau bereits überschritten, die Auftragsbücher seien voll. Die Pandemie sei zwar gesellschaftlich das wichtigste Thema, „aber die Industrieproduktion schränkt das nicht wirklich ein“. Herausfordernd seien aber vor allem die Lieferengpässe: Materialien fehlen und Preise steigen. Auch die hohen Energiepreise belasten. Dazu komme der Fachkräftemangel. Dennoch: „Wir können aus voller Überzeugung behaupten, dass die Industrie Pandemie kann“, so Knill. Er ist auch für 2022 optimistisch.

Die Lieferengpässe seien zurückzuführen auf das starke Wirtschaftswachstum und die damit einhergehend überdurchschnittlich hohe Nachfrage, die kurzfristig nicht gedeckt werden konnte. Mit der Normalisierung der Nachfrage und dem Aufbau neuer Kapazitäten dürften sich auch die Lieferprobleme langsam lösen, erwartet Knill.

Auch Bernkopf zeigt sich zufrieden: „Ging es zu Beginn der Pandemie vor allem um die Sicherstellung der Liquidität der Exporteure, sind spätestens im Frühjahr die Investitionen und das Wachstum angesprungen.“ Die Ausfuhren seien zu Beginn der Pandemie zwar eingebrochen, für 2021 sei aber ein Plus von 14 Prozent prognostiziert. Diese positive Entwicklung werde sich im heurigen Jahr verlangsamen, das Exportwachstum werde aber noch immer um 5 Prozent zulegen. „Wir blicken auf ein positives Jahr 2021 zurück und sind auch für 2022 optimistisch“, so Bernkopf.

Zentrales Thema in den kommenden Jahren werde vor allem die Transformation zu einer nachhaltigen Wirtschaft sein. Dabei sieht Knill die Schwierigkeiten allerdings nicht in der Industrie selbst, sondern in der Verwaltung: „Da geht es um Genehmigungsverfahren. Wenn wir da nicht massiv an Tempo zulegen, werden wir die Ziele nicht schaffen. Es wird schon eng.“

APA

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