So will man Grünstromland werden

5. Jänner 2022, Wien

Österreich braucht zusätzlich 27 Terawattstunden erneuerbare Energie.

Richard Wiens. Vier Tage vor Weihnachten gab die EU-Kommission nach einigem Hin und Her grünes Licht für Österreichs Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG). Damit sind die beihilferechtlichen Hürden für den Umstieg auf saubere Energiegewinnung beseitigt. Auf nationaler Ebene soll die Novelle des EAG im Jänner den Nationalrat passieren. Österreich kann Strom aus erneuerbaren Quellen (Windkraft, Solarenergie, Wasserkraft, Biomasse und Biogas) fördern. Es geht um Zusatzprämien in Höhe der Differenz zwischen den durchschnittlichen Erzeugungskosten für Erneuerbare-Energie-Technologien und dem Marktpreis für Strom.

Österreich hat sich bekanntlich zum Ziel gesetzt, den Erneuerbaren-Stromanteil von derzeit 75 auf 100 Prozent zu steigern. Um dieses Vorhaben umzusetzen, muss die derzeit bestehende Kapazität an erneuerbaren Energien um 50 Prozent oder 27 Terawattstunden (TWh) erhöht werden. Mit den aktuell verfügbaren Anlagen wird eine Leistung von 54 TWh erzeugt. Davon entfällt der Löwenanteil auf Wasserkraft (41,3 TWh), mit Windkraft werden 6,3 TWh erzeugt, mit Biomasse 4,0 TWh und mit Photovoltaik 1,4 TWh. Bei letzterer Energieform soll es den größten Schub geben. Von den für 2030 in Aussicht genommenen 81 TWh sollen 12,4 mit Sonnenenergie erzeugt werden. Der Anteil des mit Windkraft erzeugten Stroms soll dann 16,3 TWh ausmachen, der Beitrag der Biomasse nur moderat auf 5,0 TWh steigen. Wasserkraft soll auch künftig mit 46,3 TWh mehr als die Hälfte des Erneuerbaren-Strommix ausmachen.

Österreichs Energiebranche verweist aber darauf, dass die Zeit für die Wende davonläuft. Laut Verbund-Vorstandschef Michael Strugl gebe es die Projekte, was fehle, seien die Flächen und die Genehmigungen. Strugl appelliert, die Bundesländer ins Boot zu holen, manche hielten sich beim Ausbau zurück. Auch die Genehmigungsverfahren müssten schneller werden, sonst sei das Vorhaben bis 2030 nicht zu schaffen. Zudem sind laut der Netzgesellschaft APG (Austrian Power Grid) rund 18 Milliarden Euro erforderlich, um die Netze für die Energiewende aufzurüsten.

Salzburger Nachrichten

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