Mehr Reaktionszeit auf grünes Label für Atom und Gas

10. Jänner 2022, Brüssel
Atomkraftwerk in Deutschland (Archivbild)
 - Gundremmingen, APA/dpa

Die EU-Länder bekommen mehr Zeit, um auf einen Vorschlag der EU-Kommission zur Einstufung von Atomkraft und Gas als umweltfreundlich zu reagieren. Der neue Stichtag ist der 21. Jänner, wie ein Sprecher der Brüsseler Behörde der dpa am Montag bestätigte. Ursprünglich hatten die Staaten bis zum 12. Jänner Zeit, den Entwurf zu kommentieren. Hintergrund ist die sogenannte Taxonomie, mit der die Kommission festlegen will, welche Geldanlagen als klimafreundlich gelten sollen.

Der Vorschlag aus Brüssel sieht vor, dass Investitionen in neue Atomkraftwerke als grün klassifiziert werden können, wenn sie neuesten Standards entsprechen und ein konkreter Plan für die radioaktiven Abfälle vorgelegt wird. Investitionen in neue Gaskraftwerke sollen insbesondere auf Wunsch Deutschlands übergangsweise ebenfalls als grün eingestuft werden können. Umweltschützer haben den Entwurf scharf kritisiert – angesichts der ungelösten Frage der Endlagerung radioaktiver Abfälle und der CO2-Emissionen bei Gas.

Die Umsetzung des Vorschlags kann nur verhindert werden, wenn sich mindestens 20 EU-Staaten zusammenschließen, die mindestens 65 Prozent der Gesamtbevölkerung der EU vertreten, oder mindestens 353 Abgeordnete im EU-Parlament. Dies gilt als unwahrscheinlich, da sich neben Deutschland bislang zu wenige Länder klar gegen eine Aufnahme der Atomkraft in die Taxonomie aussprechen – unter anderem Österreich, Luxemburg, Dänemark und Portugal.

APA/dpa

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