Ein Viertel der EU-Stromproduktion stammt aus Atomkraft

11. Jänner 2022, EU-weit/Brüssel

Inmitten der Diskussion über den jüngsten EU-Kommissionsvorschlag, Atomkraft unter Bedingungen als nachhaltig einzustufen, sind neue Daten veröffentlicht worden. Ein Viertel der Stromproduktion in der Europäischen Union stammte 2020 aus Nuklearenergie, wie das EU-Statistikamt Eurostat am Dienstag mitteilte. Demnach erzeugten 13 EU-Staaten 683.512 Gigawattstunden (GWh) Atomstrom, im Jahr 2019 waren es noch rund 26 Prozent und 765.337 GWh.

Der größte Erzeuger von Kernenergie in der EU war Frankreich (52 Prozent, 353.833 GWh), gefolgt von Deutschland (neun Prozent, 64.382 GWh), Spanien (neun Prozent, 58.299 GWh) und Schweden (sieben Prozent, 49.198 GWh). Auf diese vier Länder zusammen entfielen den Daten zufolge mehr als drei Viertel der gesamten in Kernkraftwerken in der EU erzeugten Strommenge.

Zu Beginn des Jahres 2020 waren in 13 EU-Mitgliedstaaten insgesamt 109 Kernreaktoren in Betrieb. Im Laufe des Jahres 2020 wurden drei Kernreaktoren endgültig abgeschaltet – zwei in Frankreich und einer in Schweden.

Derzeit herrscht eine hitzige Debatte über das geplante Einstufungsschema der EU-Kommission. Mit der sogenannten Taxonomie will die Brüsseler Behörde festlegen, welche Geldanlagen als klimafreundlich gelten sollen. Der Widerstand gegen die Einstufung von Atomkraft als grüne Energie ist jedoch gering: Neben Österreich sprachen sich unter anderem nur Deutschland, Luxemburg, Dänemark und Portugal aus.

APA

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