Höherer Gas-Bedarf von Deutschland alarmiert Niederlande

11. Jänner 2022, Den Haag

Die Niederlande müssen vermutlich die Gasproduktion in Groningen trotz der Gefahr von Erdbeben fast verdoppeln. Grund ist unter anderem ein höherer Bedarf Deutschlands in diesem Geschäftsjahr von rund 1,1 Milliarde Kubikmeter. Eine Mitteilung des Wirtschaftsministeriums in Den Haag löste in Groningen Unruhe aus.

Der für Gasfragen zuständige Staatssekretär Hans Vijlsbrief äußerte am Montagabend Verständnis für die Sorgen der Bürger. Er will sich beim deutschen Wirtschaftsministerium für eine Reduzierung einsetzen.

Der bisherige Wirtschaftsminister Stef Blok hatte dem Parlament in einem Brief mitgeteilt, dass aus Groningen in diesem Jahr bis zu 7,6 Milliarden Kubikmeter Gas gepumpt werden müssten und nicht wie geplant 3,9. Ein Grund sei, dass sich der Bau einer Stickstofffabrik verzögert habe. Dort soll ausländisches Gas für den heimischen Verbrauch aufbereitet werden. Außerdem sei die Nachfrage aus Deutschland nach dem niedrigkalorischen Groninger Gas höher. Zuerst hatte das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ darüber berichtet.

„Dies kommt, weil energiesparende Maßnahmen einen weniger hohen Effekt hatten als erwartet“, schreibt Blok dem Parlament. Er habe seinem deutschen Amtskollegen Robert Habeck im Dezember geschrieben, dass er sich über die Entwicklung „ernsthafte Sorgen mache“. Er habe ihn auch gebeten zu überprüfen, ob „die Auswirkungen des höheren Gasverbrauches auf ein Minimum zu beschränken“ seien.

Wegen großer Schäden durch Hunderte von meist kleineren Erdbeben in der Provinz Groningen hatte die niederländische Regierung zugesagt, die Gasproduktion im Nordosten an der deutschen Grenze Ende 2023 zu stoppen. Die Niederlande sind aber noch vertraglich verpflichtet, Deutschland mit Gas zu versorgen.

APA/dpa

Ähnliche Artikel weiterlesen

Deutsche Netzagentur plant fünf neue lange Stromtrassen

1. März 2024, Bonn
Netzsystem soll weiter stabilisiert werden
 - Redwitz, APA/dpa

IEA: Energieerzeugung trieb CO2-Ausstoß in die Höhe

1. März 2024, Paris
CO2-Ausstoßes um 1,1 Prozent auf 37,4 Mrd

Photovoltaik-Strom erlebte in Vorarlberg 2023 einen Boom

29. Feber 2024, Bregenz
Solaranlage (Symbolfoto)
 - Wasbek, APA/dpa

Frankreichs Gasverbrauch sinkt weiter

28. Feber 2024, Paris