WEF-Bericht: Risiken 2022 vor allem Klimawandel und soziale Gräben

11. Jänner 2022, Cologny

Der Klimawandel und soziale Gräben in der Gesellschaft gehören nach einem Bericht des Weltwirtschaftsforums (WEF) zu den größten Risiken, denen die Weltbevölkerung ausgesetzt ist. In dem Bericht über globale Risiken 2022 hat die Stiftung mehr als 1.000 Meinungsführerinnen- und -führern aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft befragt. Rund 84 Prozent blickten besorgt in die Zukunft, nur elf Prozent rechneten bis 2024 mit einem beschleunigten wirtschaftlichen Aufschwung.

„Unser Planet steht in Brand, und wir müssen uns darum kümmern“, sagte WEF-Präsident Børge Brende. Die Lösung für alle Probleme, nach Überzeugung der Befragten: mehr internationale Zusammenarbeit. „Wir brauchen globale Lösungen in dieser zerrissenen Welt“, so Brende.

Besorgniserregend fänden die Befragten vor allem drei Themenbereiche, sagte WEF-Direktorin Saadia Zahidi: dass der soziale Zusammenhalt weiter bröckle, dass immer mehr Menschen in Existenzkrisen rutschten und die Tatsache, dass Maßnahmen gegen den Klimawandel nicht schnell genug vorankämen. Als zehn größte Risiken nannten sie zusätzlich extreme Wetterereignisse, den Verlust der Artenvielfalt, Infektionskrankheiten, Umweltzerstörung, Ressourcenknappheit, eine Schuldenkrise und geowirtschaftliche Konfrontationen.

Krisen durch Mangel an Nahrung und Arbeitsplätzen wegen des Klimawandels oder Konflikten führten zu mehr Migration, heißt es in dem Bericht. Arbeit jenseits der eigenen Grenzen zu suchen. sei eine Chance sowohl für die Heimat als auch für die Gastländer von Migranten. Doch bauten Zielländer immer größere Hürden auf. In der Pandemie hätten sich mehr Länder stärker auf nationale Interessen beschränkt.

Kurzfristig gilt nach der Erhebung unter anderem auch Cyberkriminalität als Risikofaktor. Nach Angaben des WEF haben Angriffe mit Schadsoftware, um Unternehmen oder Behörden zu erpressen, im Jahr 2020 um 435 Prozent zugenommen und es fehlten weltweit drei Millionen Cyberspezialisten. 95 Prozent der Cybersicherheitsprobleme sei auf menschliche Fehler zurückzuführen.

APA/dpa

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