Windkraft wird deutlich ausgebaut

11. Jänner 2022, Wien
Windräder erzeugen mehr als 11 Prozent des Stromverbrauchs
 - Loosdorf, APA/THEMENBILD

Die Stromerzeugung aus Windkraft wird in Österreich ausgebaut. Für heuer erwartet die IG Windkraft einen Zuwachs von mehr als 400 Megawatt (MW) installierter Leistung, nach einem Plus von rund 200 MW im Vorjahr. Laut einer Umfrage im Auftrag der IG Windkraft steht die Bevölkerung überwiegend hinter dem Ausbau. Dieser liege nun in der Hand der Politik, so die Branchenvertreter. Das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) zur Neuregelung der Ökostromförderung müsse rasch starten.

Im Vorjahr war in Österreich eine Windkraftleistung von 3.300 MW installiert, nach 3.105 MW im Jahr 2020. Im Jahr 2021 hat die Windkraft damit wieder zugelegt, nachdem es 2020 einen leichten Rückgang der installierten Leistung um 41 MW gegeben hatte. Im Vorjahr erzeugten 1.307 Windkraftanlagen 7,6 Mrd. Kilowattstunden Strom für rund 2,2 Millionen Haushalte – mehr als 11 Prozent des österreichischen Stromverbrauchs. Die Investitionen lagen bei rund 435 Mio. Euro und dürften 2022 auf 622 Mio. Euro steigen.

Für heuer rechnet die IG Windkraft mit einem Rekord-Anstieg der Leistung um 427 MW auf 3.727 MW. Für den im EAG vorgesehenen Windenergie-Ausbau von 10 Terawattstunden (TWh) bis 2030 seien pro Jahr zusätzlich rund 500 MW nötig, so IG-Windkraft-Geschäftsführer Stefan Moidl am Dienstag. Die Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, dass bis 2030 der Stromverbrauch bilanziell übers Jahr gesehen zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen gedeckt wird. Mit dem Ausbau des Vorjahres sei die Warteschlange von bereits genehmigten Anlagen abgebaut worden.

Wichtig sei, dass das neue EAG bald komme und operativ werde, zunächst auf Bundesebene und dann seien die Bundesländer am Zug. Einen realistischen Start der neuen Förderung sieht die IG Windkraft Mitte 2022. Wichtig für den Ausbau der Windenergie seien unter anderem die Ausweisung neuer Flächen für die Windkraft und die Beschleunigung der Genehmigungsverfahren. Mehr Flächen seien in allen Bundesländern nötig.

Die Bevölkerung wolle mehr Windkraft: In einer Umfrage der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt zum Meinungsbild der Windenergie befürworteten 78 Prozent die Errichtung eines Windrads etwas außerhalb ihres Ortes. „Mit 88 Prozent ist die Zustimmung noch höher, wenn die Personen bereits in der Nähe eine Windparks wohnen“, so Studienautor Robert Sposato. Dies zeigten die gemittelten Ergebnisse über alle Bundesländer. Die Umfrage belege, dass die Österreicherinnen und Österreicher „deutlich hinter dem Ausbau der Windkraft stehen“. Befragt wurden 1.300 Personen, davon gaben 266 an, nahe einer Windenergieanlage/eines Windparks zu wohnen.

Der Höhenflug der Strompreise mache deutlich, wie dringend die österreichische Wirtschaft die Windkraft zur Stabilisierung des Strompreises brauche, betonte IG-Windkraft-Obmann Fritz Herzog am Dienstag laut Pressemitteilung. Die hohen Preise von Erdgas und Kohle hätten die Strompreise im vergangenen halben Jahr mehr als vervierfachen lassen, allein die hohe Windstromeinspeisung „konnte in stürmischen Zeiten den Strompreis wieder nach unten drücken“.

APA

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