OMV im vierten Quartal durch hohe Sendereffekte belastet

13. Jänner 2022, Wien

Der heimische Öl-, Gas- und Chemiekonzern OMV muss für das vierte Quartal 2021 cash-unwirksame Abschreibungen und Wertberichtigungen vornehmen, die vom Unternehmen selbst auf einen Betrag von circa 1,7 Mrd. Euro geschätzt werden. Sie beziehen sich auf Anlagevermögen von ADNOC Refining, im E&P Segment, und im Düngemittelgeschäft der Borealis, erklärte die OMV am Donnerstag. Der Großteil dieser Abschreibungen werde in den Quartalsergebnissen als Sondereffekte klassifiziert.

Im Schlussquartal profitierte die OMV von weiter gestiegenen Ölpreisen und einer nochmals deutlich höheren Raffineriemarge. Der Preis der Nordseeölsorte Brent lag im Schnitt bei 79,76 Dollar pro Fass, nach 73,51 Dollar im dritten und 68,97 Dollar im zweiten Vierteljahr. Im Schlussquartal 2020 waren es 44,16 Dollar gewesen. Der durchschnittlich realisierte Ölpreis der OMV lag bei 77,0 Dollar/Barrel nach 69,6 Dollar davor, heißt es im Quartalszwischenbericht (Trading Statement).

Die OMV-Raffinerie-Referenzmarge Europa kletterte auf 6,25 Dollar pro Barrel, nach 4,43 Dollar im dritten und 2,21 Dollar im zweiten Quartal; Ende 2020 lag der Wert bei lediglich 1,71 Dollar. Der Raffinerie-Auslastungsgrad lag bei hohen 95 Prozent, nach 91 Prozent im dritten und 85 Prozent im zweiten Quartal; Ende 2020 waren es 81 Prozent gewesen.

Der durchschnittlich realisierte Erdgaspreis ging im vierten Quartal regelrecht durch die Decke: Er war mit im Schnitt 27,1 Euro je Megawattstunde (MWh) rund doppelt so hoch wie im vorhergehenden Jahresverlauf von Jänner bis September und dreimal so hoch wie im vierten Quartal 2020, als er bei lediglich 9,3 Euro je MWh lag. Die Erdgas-Verkaufsmengen betrugen – nach einem schwächeren Frühjahr und Sommer – 52,99 Terawattstunden (TWh), nach 39,96 TWh im dritten und 44,43 TWh im zweiten Quartal; damit wurde auch das Volumen des Schlussquartals von 2020 (mit 50,39 TWh) leicht übertroffen.

Die Öl- und Gasproduktion des Konzerns erreichte im Tagesschnitt mit 491.000 Barrel Öl-Äquivalent ein ähnliches Niveau wie schon im ersten Halbjahr, nach einem leichten Rücksetzer im dritten Quartal (470.000 boe/d); auch das Schlussquartal 2020 (472.000 boe/d) wurde damit überboten. Drei Fünftel der Förderung entfielen auf Erdgas, zwei Fünftel auf Rohöl und NGL.

Im Chemiebereich konnten die Margen zum Teil gehalten werden. Bei Ethylen und Propylen legten sie gegenüber dem Vorquartal zu, bei Polyethylen und Polypropylen gaben sie nach. Die Polyolefin-Verkaufsmenge der OMV blieb mit rund 1,5 Mio. Tonnen stabil, die Steamcracker-Auslastung war mit 92 Prozent recht hoch.

Die Jahresbilanz 2021 will der OMV-Konzern am 3. Februar vorlegen.

APA

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