Tschechien gehen EU-Pläne für Atomkraft nicht weit genug

21. Jänner 2022, EU-weit/Brüssel

Tschechien gehen die Pläne der EU-Kommission zur Einstufung von Atomkraft und Erdgas als klimafreundlich einem Bericht zufolge nicht weit genug. Die liberalkonservative Regierung in Prag unter Ministerpräsident Petr Fiala habe mehrere Änderungsvorschläge an Brüssel übermittelt, berichtete die tschechische Wirtschaftszeitung „Hospodarske noviny“ (Freitag).

Demnach fordert Prag, dass Atomkraft nicht als Übergangstechnologie eingestuft werden dürfe. Bisher ist vorgesehen, dass nur bis 2045 erteilte Genehmigungen für neue Atomkraftwerke unter die sogenannte Taxonomieverordnung fallen.

Auf Ablehnung sei zudem die Forderung gestoßen, dass Endlager für den hoch radioaktiven Müll bis 2050 betriebsbereit sein sollen. In Tschechien läuft noch die Suche nach einem geeigneten Standort, wobei auch Lokalitäten in der Nähe der österreichischen Grenze in Betracht gezogen werden.

Auf Kritik stießen zudem die geplanten jährlichen Grenzwerte für den Kohlendioxid-Ausstoß von Gaskraftwerken. Das deutsche Nachbarland will den Anteil der Atomkraft am Strommix bis 2040 auf mehr als die Hälfte erhöhen und bis 2033 aus der Kohle aussteigen. Das AKW Temelin – neben dem AKW Dukovany einer von zwei Standorten – ist nur knapp 60 Kilometer von der bayerischen Landesgrenze entfernt.

APA/dpa

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