Schweden will Atommüll-Endlager bauen

28. Jänner 2022, Berlin
Schwedens Umweltministerin Annika Strandhall
 - Stockholm, APA/TT News Agency

Schweden hat den Bau eines Atommüll-Endlagers gebilligt, in dem der hoch radioaktive Abfall die nächsten 100.000 Jahre sicher aufbewahrt werden soll. Die verbrauchten Brennelemente sollen 500 Meter tief im Felsgestein in der Nähe des Kernkraftwerks Forsmark vergraben werden, wie Umweltministerin Annika Strandhall am Donnerstag ankündigte.

„Damit stellen wir sicher, dass wir Kernenergie für den Übergang zur ersten Industrienation der Welt nutzen können, die auf fossile Kraftstoffe verzichtet“, sagte Strandhall. Das geplante Endlager sei Ergebnis von 40 Jahren Forschung und Erkundung. Die Regierung in Stockholm rechnet damit, dass irgendwann in den 2040er Jahren das letzte AKW vom Netz geht. Nach etwa 70 Jahren, wenn die Schächte des Endlagers gefüllt sind, sollen die Zugänge mit Bentonit-Ton aufgefüllt werden, um das Eindringen von Wasser zu verhindern. Dann wird die Anlage auch dauerhaft versiegelt.

Im Gegensatz zu Deutschland und Österreich wird in mehreren europäischen Ländern Atomenergie als Übergangstechnik angesehen, um möglichst ohne Ausstoß von Treibhausgasen die Umstellung auf erneuerbare Energien zu schaffen. Auch die EU will Kernenergie als nachhaltig einstufen. Schweden hatte sich zwar 1980 für den Ausstieg aus der Atomenergie entschieden. Allerdings vereinbarten die wichtigsten politischen Parteien 2016, die sechs existierenden Reaktoren am Netz zu lassen. Zudem sollen demnach bis zu zehn neue Reaktoren an den existierenden AKW-Standorten errichtet werden können. Allerdings wird der Bau neuer Reaktoren bisher als unwirtschaftlich verworfen.

APA/ag

Ähnliche Artikel weiterlesen

Deutschland stellt sich gegen grünes EU-Label für Atomkraft

16. Mai 2022, Brüssel/Berlin
Ein Atomkraftwerk in Deutschland
 - Lingen, APA/dpa

E.ON: Derzeit keine Gespräche über Verkauf von Urenco

12. Mai 2022, Düsseldorf/Essen

Experte: AKWs lassen sich kaum gegen Kampfhandlungen sichern

28. April 2022, Wien/Kiew (Kyjiw)/Moskau

Lemke bleibt bei Nein zu AKW-Laufzeitverlängerung

10. April 2022, Berlin
Deutschlands Umweltministerin Steffi Lemke
 - Berlin, APA/dpa