Stromversorger sollen 150-Euro-Hilfe abrechnen

9. Feber 2022

Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) nennt neue Details zu Energiekostenzuschuss

Inflation. Die erste Auslandsreise von Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) ist gleichzeitig eine Rückkehr: Er trifft in London auf seinen Amtskollegen Rishi Sunak und wird an seiner ehemaligen Universität, dem King’s College, einen Gastvortrag halten. Brunner erwartet sich von der Reise unter anderem Erkenntnisse zum Thema „Green Finance“ – also umweltfreundliches und nachhaltiges Investieren. Österreich wolle sich hier „als Vorreiter positionieren“, sagte der Minister am Montag vor Journalisten.

Auch Österreichs Modell der ökosozialen Steuerreform und die Corona-Wirtschaftshilfen will Brunner vorstellen. Mittlerweile würden Instrumente wie der Ausfallsbonus schnell und gut funktionieren, befand Brunner. Der Bonus soll kleineren und mittleren Unternehmen helfen. Die Tranche für Jänner kann ab 10. Februar beantragt werden.
Apropos „schnell“: Die Opposition kritisierte zuletzt, dass zwei Hilfen im Kampf gegen die hohe Inflation nicht rechtzeitig – also noch im Winter – ankommen. Einerseits der Teuerungsausgleich: Vulnerable Gruppen wie Arbeitslose und Mindestsicherungsbezieher erhalten zum zweiten Mal 150 Euro. Fließen soll das Geld bis Ende April. Eine zweite Hilfe, der Energiekostenausgleich, soll schneller ankommen: Haushalte mit einem Einkommen bis zu 5.670 Euro brutto pro Monat erhalten 150 Euro.

Wie wird das Geld ausbezahlt? Daran feilt das BMF noch. „Wir sind mit den Netzversorgern im Austausch, damit die Auszahlung so einfach und schnell wie möglich stattfinden kann“, sagt Brunner zum KURIER. „Es wäre aus unserer Sicht das Sinnvollste und Einfachste, den Energiekostenausgleich direkt über die Stromversorger abzurechnen.“ Die Versorger bräuchten jedenfalls Unterstützung vom BMF, da sie über keine Kontodaten verfügen. Genau diese Fragen sollen nun geklärt werden.

Kurier

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