Strompreis steigt kräftig

11. Feber 2022, Amstetten

Stadtwerke geben teurere Energiekosten am Markt an die Kunden weiter.

ERHÖHUNG
Eine unerfreuliche Nachricht erreichte die Stromkunden der Stadtwerke. Aufgrund aktueller Entwicklungen am Strompreismarkt sind die Einkaufspreise der Stadtwerke – wie auch bei anderen Energieversorgungsunternehmen – signifikant gestiegen. Daher ist eine preisliche „Anpassung“ des jeweiligen Energiepreises ab 1. März 2022 erforderlich.
Bei den Stromkunden, die ihren Vertrag vor dem 1. Dezember 2021 abgeschlossen haben (danach musste bereits ein erhöhter Preis in Kauf genommen werden), und das ist der überwiegende Teil, verdoppelt sich der Energiepreis. Der Grundpreis, auch wenn der im Gesamtpreis keine so große Rolle spielt, erhöht sich je nach Tarif bis zum Dreifachen. Die Stadtwerke erzeugen elektrische Energie mit den eigenen Wasserkraftwerken und Photovoltaikanlagen. Hier wird rund ein Fünftel des Bedarfs von Amstetten selbst erzeugt. Der Rest an elektrischer Energie muss zugekauft werden.
„Trotz dieser preislichen Erhöhung gehören wir in unserem Netzgebiet zu den günstigsten Anbietern. Es wurde nur um das notwendigste Maß zur Deckung der Kosten erhöht. Die Erlöse bleiben in der Region und werden in sinnvolle zukünftige Infrastrukturprojekte investiert,“ erläutert Stadtwerke-Direktor Jürgen Hürner. „Tatsächlich ist es derzeit so“, erklärt der Energiewirtschaftsexperte Andreas Halbmayr von den Stadtwerken, „dass der aktuell abschließbare Tarif laut dem Vergleichsportal des Energiemarktregulators E-Control zu den günstigsten gehört.“

Letzte Preisanpassung war vor 18 Jahren

Der Strompreis setze sich aus drei Komponenten zusammen: Der „Energie“, den „Netzgebühren“ und den „Steuern und Abgaben“. Einfluss auf die Preisgestaltung bestehe seitens des Energieversorgers nur bei den Energiekosten. „Die letzte Preisanpassung des Grundpreises wurde von den Stadtwerken im Jahr 2004, also vor 18 Jahren, vorgenommen. Im Zuge der Erhöhung haben wir den Grundpreis angehoben, um unsere Nebenkosten weiterhin abdecken zu können. Das dient dazu, die Bevölkerung Amstettens weiterhin sicher mit Energie beliefern zu können,“ ist für Christian Bruckmüller, Abteilungsleiter des Tarifwesens der Stadtwerke, das dezidierte Ziel die generationenübergreifende Gewährleistung der Versorgungssicherheit in gewohnter Qualität. Stadtrat Heinz Ettlinger, politisch zuständig für die Stadtwerke, verweist auf die allgemeine Teuerung, die auch die Stadtwerke zu einer Anpassung der Preise zwinge, und auf die lange Zeitspanne, in der die Tarife nicht angehoben wurden. „Zu betonen ist, dass derartige Änderungen immer das Ziel haben, die Versorgungssicherheit der Bevölkerung in allen Leistungsbereichen des Unternehmens zu garantieren und nachhaltige, zukunftsfähige Investitionen direkt in der Stadtgemeinde zu ermöglichen. Auch nach der Anpassung zählen die Stadtwerke zu den günstigsten Anbietern“, betont der ÖVP-Politiker.

NÖ Nachrichten

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