Deka Investment: Siemens Energy soll Gamesa übernehmen

21. Feber 2022, München
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Der deutsche Energietechnikkonzern Siemens Energy gerät wegen der anhaltenden Probleme bei seiner spanischen Windenergietochter Siemens Gamesa bei Investoren zunehmend unter Druck. Nach Union Investment fordert auch Deka Investment eine komplette Übernahme der Tochter, an der Siemens Energy 67 Prozent hält.

„Wenn Siemens Energy es wirklich ernst meint, wird an einer Vollübernahme von Siemens Gamesa kein Weg vorbeiführen“, erklärte der Leiter Nachhaltigkeit und Corporate Governance bei Deka Investment, Ingo Speich, am Montag in einem Statement für die Hauptversammlung von Siemens Energy am Donnerstag.

Durch eine Vollintegration könne Siemens Energy einfacher durchregieren, Strukturen aufbrechen und Entscheidungswege verschlanken. „Sehen Sie den niedrigen Aktienkurs als Chance an, günstig Ihren Einfluss auszubauen, um dann Wert zu schaffen.“

Siemens Gamesa kämpft im Onshore-Windbereich unter anderem mit Lieferengpässen, steigenden Rohstoffkosten und der Einführung neuer Modelle. Nach einer erneuten Gewinnwarnung soll nun ab März der bisherige Siemens-Energy-Vorstand Jochen Eickholt in Spanien als neuer Chef von Gamesa die Wende bringen. Insidern zufolge lotet Siemens Energy Möglichkeiten aus, die restlichen Anteile der Gesellschaft zu übernehmen.

Deka Investment gehört nach Refinitiv-Daten mit einem Anteil von 0,55 Prozent zu den zehn größten Investoren von Siemens Energy. Siemens Gamesa sei ein Bremsklotz für den Aktienkurs von Siemens Energy, kritisierte Speich. Die Verantwortung für das, was schiefgelaufen sei, liegt nicht nur beim Management in Spanien, sondern auch bei den Kontrolleuren – und damit beim Vorstand von Siemens Energy. „Dieser muss härter bei Siemens Gamesa durchgreifen und an einer besseren Kontrolle des Managements arbeiten.“

APA/ag

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