IEA beklagt Zunahme von Methan-Emissionen

24. Feber 2022, Paris
Methangas wird abgefackelt
 - Kibuye, APA/AFP

Die Emissionen des Treibhausgases Methan übersteigen nach Feststellungen der Internationalen Energieagentur (IEA) bei weitem die Werte, die in öffentlichen Erklärungen enthalten sind. Im Jahr 2021 seien die Methan-Emissionen aus dem Öl-, Gas- und Kohlesektor um fünf Prozent gestiegen, erklärte die IEA am Mittwoch. Damit lägen die Emissionen um 70 Prozent über den Zahlen, die von den Staaten vorgelegt worden seien.

Die IEA rief zu „mehr Transparenz“ und zu „stärkeren und sofortigen Maßnahmen“ bei der Reduzierung der Methan-Emissionen auf. Das Treibhausgas ist für rund 30 Prozent der Erderwärmung verantwortlich. Seine Lebensdauer in der Atmosphäre ist mit rund zehn Jahren kürzer als die von Kohlendioxid, aber seine Auswirkungen auf die Erderwärmung sind stärker.

Im diesjährigen Jahresbericht der IEA sind Auswertungen von Satelliten-Daten enthalten. Erstmals werden die Emissionen durch Kohleminen und Bioenergie nach Ländern aufgeschlüsselt. Im vergangenen Jahr wurden „starke Emissionen“ vor allem in Texas und in einigen Regionen Zentralasiens festgestellt. Allein Turkmenistan war demnach für ein Drittel der von Satelliten erfassten „großen Emissionsvorkommnissen“ verantwortlich.

Bei der UN-Klimakonferenz in Glasgow im November wurde ein Plan vorgelegt, nach dem die Methan-Emissionen bis 2030 um 30 Prozent verringert werden sollen. Von den fünf Staaten, die am meisten Methan in die Umwelt ausstoßen – China, Russland, der Iran, Indien und die USA – haben bisher allerdings nur die USA diese Selbstverpflichtung unterzeichnet.

APA/ag

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