Draghi fordert gemeinsame Erdgasspeicherung in EU

25. Feber 2022, Rom
Italiens Ministerpräsident Mario Draghi - Rome, APA/AFP/POOL

Italiens Ministerpräsident Mario Draghi fordert als Konsequenz aus der aktuellen Ukraine-Krise länderübergreifende Speicher für Erdgas in der Europäischen Union. Das sagte der Regierungschef am Freitag in einer Erklärung im Parlament in Rom. Sein Land werde in Brüssel darauf drängen, bessere Mechanismen für gemeinsame Speicher auf den Weg zu bringen, um für künftige Notlagen besser gerüstet zu sein.

„Wir hoffen, dass diese Krise endlich zu einer positiven Antwort in dieser Thematik führt“, sagte Draghi. Er berichtete, dass Italien im Vergleich zu anderen europäischen Ländern verhältnismäßig gut durch den Winter gekommen sei. Die Gasspeicher seien im Oktober zu 90 Prozent gefüllt gewesen. Im Anschluss wurden diese dann intensiv genutzt, so dass sie im Februar schon ein Niveau erreichten wie normalerweise im März. Angesichts steigender Temperaturen nach dem Ende des Winters gab sich Draghi aber zuversichtlich für die nächste Zeit.

Draghi kritisierte die Fokussierung der italienischen Gasversorgung auf Russland in den vergangenen Jahren, 45 Prozent des Gases beziehe das Mittelmeerland von den Russen. Nun versuche Rom, etwa aus Aserbaidschan, Algerien, Libyen oder den USA mehr Gas zu bekommen. Um die Energieversorgung kurz- und mittelfristig zu sichern, erwäge Italien außerdem, Kohlekraftwerke wieder in Betrieb zu nehmen.

APA/dpa

Ähnliche Artikel weiterlesen

Schwedens Parlament macht Weg frei für weitere AKW

30. November 2023, Stockholm

Frankreich will in den 2030ern ein AKW pro Jahr bauen

29. November 2023, Paris
AKW in Südfrankreich
 - Saint-Vulbas, APA/AFP

EU-Kommission will europäische Stromnetze modernisieren

28. November 2023, Brüssel
Kommission rechnet mit 60 Prozent mehr Stromverbrauch bis 2030
 - Lassee, APA/THEMENBILD

Tschechien sichert sich LNG-Kapazitäten in Stade

23. November 2023, Prag
Tschechiens Industrieminister Jozef Sikela
 - Brussels, APA/AFP