31.566 Corona-Neuinfektionen und 36 Todesfälle seit Mittwoch

3. März 2022, Wien
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Nach den fast 40.000 Neuinfektionen am Mittwoch meldeten Innen- und Gesundheitsministerium am Donnerstag 31.566 neue Fälle binnen der vergangenen 24 Stunden. Dazu kamen 36 weitere Todesfälle. Die Sieben-Tage-Inzidenz betrug nunmehr 2.201,2 Fälle pro 100.000 Einwohner. Am Donnerstag gab es in Österreich 282.497 bestätigte aktive Fälle. Einen leichten Rückgang gab es in den Spitälern.

Da mussten am Donnerstag 2.599 Covid-19-Patienten versorgt werden, um 23 weniger als am Mittwoch. Innerhalb der vergangenen Woche waren aber 186 Patientinnen und Patienten neu aufgenommen worden. 189 Schwerkranke befanden sich am Donnerstag auf Intensivstationen, um eine Person weniger als am Vortag.

Seit Mittwoch wurden 36 Todesfälle registriert, allein in der vergangene Woche starben 224 Menschen in Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion. Insgesamt hat die Covid-19-Pandemie seit Ausbruch vor zwei Jahren bereits 14.924 Tote in Österreich gefordert. Pro 100.000 Einwohner sind 167,1 Menschen an oder mit Covid-19 gestorben.

Durch die 31.566 weiteren Infizierten am Donnerstag stieg der Sieben-Tage-Schnitt auf nunmehr wieder auf 28.090 an. Mehr Fälle an einem Donnerstag hatte es zuletzt vor drei Wochen – am 10. Februar – gegeben. Damals waren 35.250 Neuinfektionen gemeldet worden. Am Donnerstag vor einer Woche wurden 28.591 neue Fälle registriert.

Erst am gestrigen Mittwoch war mit 39.493 Neuinfektionen der zweithöchste 24-Stunden-Wert der Innenministeriums-Zahlen seit Pandemiebeginn gemeldet worden. Mehr waren es nur mit 43.053 – davon aber mit tausenden Nachmeldungen – am 27. Jänner gewesen, so gesehen war es am Vortag überhaupt der bisherige Rekordwert.

Das Bundesland mit der höchsten Sieben-Tage-Inzidenz ist derzeit Vorarlberg mit 2.502,5, gefolgt von Niederösterreich, Tirol und Oberösterreich (2.375,6, 2.370,9 bzw. 2.353,8). Dahinter reihen sich die Steiermark (2.246,7), Salzburg (.2184,7), das Burgenland (1.927), Kärnten (1.920) und Wien (1.899).

Österreichweit wurden in den vergangenen 24 Stunden 1.003.811 PCR- und Antigen-Schnelltests eingemeldet. Davon waren 497.300 aussagekräftige PCR-Tests, 6,3 Prozent fielen positiv aus. Dieser 24-Stunden-Wert liegt über dem Schnitt der vergangenen Woche, hier waren durchschnittlich 5,5 Prozent der PCR-Tests positiv.

Vor einem schweren Verlauf schützt die Corona-Schutzimpfung, doch trotz geltender Impfpflicht nehmen diese immer weniger Menschen in Anspruch. Nur 5.545 Impfungen sind am Mittwoch österreichweit verabreicht worden. Erststiche wurden überhaupt nur 638 durchgeführt. In Summe wurden in der vergangenen Woche österreichweit 37.265 Impfungen verabreicht, so viele waren es Ende Jänner noch teils an einzelnen Tagen. Insgesamt haben laut den Daten des E-Impfpasses 6.800.252 Personen bereits zumindest eine Impfung erhalten. Genau 6.242.386 Menschen und somit 69,9 Prozent der Österreicher verfügen über einen gültigen Impfschutz.

Am höchsten ist die Schutzrate (gültiges Impfzertifikat) im Burgenland mit 76 Prozent. In Niederösterreich haben 72 Prozent der Bevölkerung einen validen Impfschutz, in der Steiermark 70,7 Prozent. Nach Wien (68,9), Tirol (68,1), Kärnten (66,8), Salzburg (66,1) und Vorarlberg (65,9) bildet Oberösterreich das Schlusslicht mit 65,5 Prozent.

Ungeachtet der hohen Fallzahlen sollen ab Samstag weitgehend alle Corona-Schutzmaßnahmen in Österreich fallen. Am Donnerstag verdichteten sich die Hinweise auf einen Rücktritt von Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne). Ihm soll der Vorarlberger Umweltlandesrat Johannes Rauch (Grüne) nachfolgen. Für den Nachmittag hat Mückstein eine „persönliche Erklärung“ angekündigt. Grund für den Rücktritt soll laut Medienberichten sein, dass er über die türkis-grünen Entscheidungen der letzten Wochen in Zusammenhang mit der Corona-Krise „sehr unglücklich“ gewesen sein soll. Vor allem die komplette Öffnung am 5. März wollte er demnach nicht mittragen. In einem Statement hatte er am Mittwoch in den beinahe 40.000 Neuinfektionen jedoch noch keinen „Grund zur Beunruhigung“ gesehen. „Die für den 5. März geplanten Öffnungen können daher wie vorgesehen stattfinden“, hielt er noch am Mittwoch schriftlich fest.

Angesichts der hohen Infektionszahlen ist die Lage für den Epidemiologen Gerald Gartlehner „ein bisschen beunruhigend“, da die Experten erwartet hätten, dass die Zahlen im März deutlich weiter nach unten gehen müssten. Zahlreiche Wissenschafter sehen die Öffnungen ab dem 5. März als zu früh. „Jetzt alles zu öffnen am Samstag, ist genau das Gegenteil von dem, was man epidemiologisch tun würde bei so hohen Infektionszahlen“, sagte der Experte im „Ö1-Morgenjournal“.

Eine akute Überlastung in den Spitälern werde es nicht geben, wohl aber führe das hohe Infektionsgeschehen in der Bevölkerung dazu, dass auch medizinisches Personal ausfällt. In Kombination mit den steigenden Spitalszahlen kann das „dazu führen, dass es zu Versorgungsengpässen kommt“. Bis auf den vulnerablen Bereich, lebensnotwendige Geschäfte und Öffis wird ab Samstag die geltende Maskenpflicht abgeschafft. In den Innenräumen „wäre wichtig, dass das bleibt“, sagte wiederum Gartlehner.

Beim Testen sprach er sich für eine Differenzierung aus. Diagnostisches Testen – also für Menschen, die sich krank fühlen, sollte weitergeführt werden. Beim Testen von Gesunden und Asymptomatischen brauche es dringend eine Strategie, die sich auf Hochrisiko- und vulnerable Personen beschränkt, meinte Gartlehner. Auch in den Schulen würde laut dem Experten „zu viel“ getestet werden.

APA

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