Gasbranche gegen Verbot von Gasheizungen

15. März 2022, Wien
Gefordert wird Technologieoffenheit - Hannover, APA/dpa

Die Gasbranche wehrt sich gegen ein geplantes Verbot von Gasheizungen. „Wir fordern daher von den politisch Verantwortlichen, bei allen aktuellen Gesetzesvorhaben, insbesondere dem Erneuerbaren-Wärme-Gesetz, auf generelle Gasheizungsverbote zu verzichten“, schreiben Interessensvertreter der Gaswirtschaft in einem offenen Brief an Bundesregierung und Landeshauptleute.

Sie fordern Technologieoffenheit gegenüber der Gasheizung. Im Sinne einer technologieoffenen Herangehensweise sollte die Politik nicht auf die Technologie, sondern auf den eingesetzten Energieträger abstellen.

Die Initiative, der Gasthermenhersteller, Rauchfangkehrer und Immobilientreuhänder ebenso angehören wie Gasinfrastrukturbetreiber, darunter die OMV-Beteiligung CEGH und einige Gasnetzanbieter wie die Tiroler Tigas, argumentieren, dass Gas auch „grün“ hergestellt werden könne. „Die Umstellung bestehender Gasheizungen auf Biomethan ist meist die einfachste, schnellste und günstigste Form der Dekarbonisierung des Raumwärmemarkts“, betonen sie als „Allianz für Grünes Gas“.

Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner und zuletzt auch Finanzminister Magnus Brunner (beide ÖVP) haben angesichts der großen Gas-Abhängigkeit Österreichs von Russland ein früheres Verbot von Gasheizungen in den Raum gestellt. Im Regierungsprogramm von ÖVP und Grünen ist vereinbart, dass ab 2025 keine neuen Gasheizungen mehr eingebaut werden dürfen. Hintergrund ist, dass Österreich bis 2040, also in weniger als 19 Jahren, klimaneutral sein will, Gasbrennwertheizungen aber mindestens 15 bis 20 Jahre lang halten.

Grünes Gas wird auch als Biogas bezeichnet. Es wird in Österreich derzeit nur in geringen Mengen hergestellt. Die Interessensvertreter sehen in der Zukunft aber großes Potenzial. Sie fordern daher, dass das angekündigte Grün-Gas-Gesetz rasch umgesetzt wird, um das im Regierungsprogramm definierte Ziel von fünf Terawattstunden Biogas bis 2030 zu schaffen. Zum Vergleich: In Österreich werden jährlich rund 90 Terawattstunden Gas verbraucht, 80 Prozent davon stammen aus Russland aus fossilen Quellen. In der Industrie ist Gas schwerer zu ersetzen als beim Heizen.

APA

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