Lettland für Importstopp für russische Energie

24. März 2022, Brüssel/Kiew (Kyjiw)/Moskau

Der lettische Premierminister Krisjanis Karins hat seine Amtskollegen der anderen EU-Staaten eindringlich aufgefordert, die Sanktionen gegen Russland auf Energie-Importe auszuweiten. „Es ist nur Geld. Wenn du noch lebst und deine Infrastruktur in Ordnung ist, kannst du das Geld wieder verdienen“, sagte Karins vor einem EU-Gipfel am Donnerstag in Brüssel.

Wenn man Russland den Geldhahn zudrehe, könne man dazu beitragen, die Kriegsmaschinerie zu stoppen und echte Verhandlungen über ein Ende des Krieges in Gang zu bringen. Dabei betonte er, dass Lettland stark von russischem Gas und Öl abhängig sei.

Die EU ist uneins, ob Energie-Importe aus Russland gestoppt werden sollten. Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel sagte vor dem Gipfel, dass man sich auch noch Schritte für eine weitere Eskalation aufheben sollte. Als Beispiel nannte er etwa den Einsatz von Chemiewaffen im Krieg in der Ukraine.

Estlands Ministerpräsidentin Kaja Kallas forderte hingegen: „Wir sollten bereits jetzt schon alles nutzen, um die stärkstmöglichen Sanktionen zu verhängen.“

Die finnische Premierministerin Sanna Marin machte erneut deutlich, dass die EU ihrer Ansicht nach so schnell wie möglich von russischen Energie-Importen loskommen muss. „Solange wir Energie aus Russland kaufen, finanzieren wir den Krieg“, sagte Marin. „Das ist das große Problem, das wir haben.“

Auf die Frage, ob ein sofortiger Gas-Lieferstopp Teil der EU-Sanktionen sein müsse, sagte Marin, sie warte auf eine Auswertung der Kommission dazu. Grundsätzlich sei Finnland bereit, noch mehr zu machen bei den Sanktionen.

APA/dpa

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