Spitzentreffen in der Burg, Fortsetzung folgt

30. März 2022

Wie geht’s mit Vorständen der Energie Steiermark weiter? Aufsichtsratschefs tauschten sich mit Landesspitze aus.

An sich fällt es nicht in die Kategorie „aufsehenerregend“, wenn sich die Landesspitze um LH Hermann Schützenhöfer und Vize Anton Lang in der Grazer Burg mit Vertretern des Aufsichtsrats der Energie Steiermark zu einer Besprechung trifft. Beim gestrigen Besuch von Aufsichtsratschef Josef Mülner und seinem Stellvertreter Karl Rose verhielt es sich – obwohl schon vor längerer Zeit vereinbart – dennoch anders. In der Vorwoche war im Nachhall einer Aufsichtsratssitzung Unruhe eingekehrt. Es geht um die Vorstandsverträge von Christian Purrer (67) und Martin Graf (46). Beide laufen noch bis März 2023, es war aber immer ausgemacht, dass heuer, spätestens bis zum zweiten Halbjahr, Klarheit herrschen muss, wie es in diesen wesentlichen Personalfragen weitergeht. Eigentlich sollte die Ausschreibung starten. Doch die nie da gewesene Ausnahmesituation in der Energiebranche, die alle Unternehmen vor immense Herausforderungen stellt, hat eine klare Präferenz in Richtung „Kontinuität“ laut werden lassen, wie es von informierter Seite heißt. Übersetzt: Purrer (VP-nahe), der nächstes Jahr eigentlich in den Ruhestand gehen sollte, könnte um ein Jahr verlängert werden – also bis März 2024. Und auch Graf (SP-nahe) soll bleiben, wobei sich hier die Frage stellt, ob auch sein Vertrag (vorerst) nur für ein Jahr verlängert wird. Das Thema Vorstände sollte jedenfalls beim Treffen mit den Eigentümervertretern – also der Spitze des Landes (mit 75 Prozent Mehrheitseigentümer) – thematisiert werden. Die „Krone“ berichtete Ende der Vorwoche, dass der gesamte Aufsichtsrat mit Rücktritt drohe, sollte diese Vorstandsverlängerung bei den Eigentümern nicht durchgehen. Das sorgte, sowohl im Land als auch im Unternehmen und seinen Kontrollorganen, für heftige Irritationen. Denn der Vorschlag, so ist zu hören, sei der Landesspitze davor ja noch gar nicht nähergebracht worden, noch würde man sich grundsätzlich dagegen sperren. Auch von einem „Ultimatum“ wollte niemand etwas wissen. Aber: „Sollte es ein Kommunikationsdefizit gegeben haben, wurde das hoffentlich ausgeräumt“, war hinter vorgehaltener Hand zu vernehmen.

Von den Teilnehmern selbst wurde zu den gestrigen Gesprächsinhalten geschwiegen. Auch aus dem Büro des Landeshauptmanns wurde auf Nachfrage lediglich ein schriftliches Statement, Marke Zweizeiler, verschickt: Demnach haben Mülner und Rose Schützenhöfer und Lang „über ihre Sicht der Ausrichtung der Energie Steiermark informiert“. Und: „Die Gespräche werden fortgesetzt.“

Spannend bleibt es auch auf einer anderen Ebene. Ob der Turbulenzen auf den Energiemärkten geht es nicht nur um einen Fahrplan rund um die Vorstandsbesetzungen, sondern auch um den Minderheitseigentümer Macquarie Capital, der 25 Prozent hält. Der Ausstieg war einst für 2022 vorgesehen, eine Verlängerung bis 2023 seitens der Australier galt zuletzt aber auch hier nicht als ausgeschlossen.

Kleine Zeitung

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