Jeder zehnte Deutsche spart seit dem Ukraine-Krieg Energie

5. April 2022, Berlin/Kiew (Kyjiw)/Moskau
Es wurde öfter zurückgedreht
 - Hannover, APA/dpa

In Deutschland hat jeder Zehnte einer Umfrage zufolge seit Beginn des Ukraine-Kriegs damit begonnen, seinen Energieverbrauch zu reduzieren. Das ergab eine Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zwischen dem 1. und 4. April unter mehr als 2.000 Menschen in Deutschland durchgeführt hat.

Sogar fast jeder Fünfte (19 Prozent) spart demnach seit dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine im Februar mehr Energie als vorher. Lediglich 12 Prozent der Teilnehmer und Teilnehmerinnen schränken nach eigenen Angaben ihren Energieverbrauch weiterhin nicht ein, zumindest nicht bewusst.

Seit Monaten treiben die Energiepreise die Inflation. Die deutsche Bundesregierung bereitet sich wegen des Kriegs in der Ukraine und anhaltender russischer Drohungen auf eine erhebliche Verschlechterung vor allem der Gasversorgung in Deutschland vor. Ende März hatte Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) Verbraucher und Unternehmen daher aufgerufen, Energie zu sparen – die Versorgungssicherheit sei aber weiterhin gewährleistet.

Drei Viertel der Befragten (76 Prozent) gaben Anfang April an, ihren Energieverbrauch vor allem zu reduzieren, um selbst Geld zu sparen. 24 Prozent verbrauchen nach eigenen Angaben weniger, um sich darauf vorzubereiten, dass Deutschland künftig möglicherweise gar kein Gas oder Öl mehr aus Russland bekommen könnte. 12 Prozent verstehen ihre Sparmaßnahmen als persönlichen politischen Protest gegen Russland. Bei der Frage nach Gründen konnten die Teilnehmer mehrere Antwortmöglichkeiten ankreuzen.

Einsparungen machen besonders viele Befragte beim Heizen und beim Verbrauch von Warmwasser und Strom (jeweils 68 Prozent). Darüber hinaus wirken sich die selbst auferlegten Sparmaßnahmen auch auf das Mobilitätsverhalten der Menschen aus. 12 Prozent gaben an, gar kein Auto mehr zu fahren. 44 Prozent fahren weniger Auto und ein Drittel (33 Prozent) fährt langsamer. Auch hier waren Mehrfachnennungen möglich.

APA/dpa

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