Siemens Energy überprüft Ausblick

20. April 2022, München
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Siemens Energy stellt seine Gesamtjahresziele auf den Prüfstand. Zuvor hatte die Windturbinensparte Siemens Gamesa unerwartet große operative Probleme und steigende Kosten gemeldet, die zu einem hohen Quartalsverlust führten. Zudem erklärte Siemens Energy am Dienstagabend, wegen des Krieges gegen die Ukraine und der Sanktionen gegen Russland seien die Rahmenbedingungen der Geschäftstätigkeit herausfordernder geworden.

„Auf Grund der dynamischen Entwicklung der Sanktionen kann der Vorstand zum gegenwärtigen Zeitpunkt die potenziellen Auswirkungen für den Rest des Geschäftsjahres noch nicht vollständig abschätzen und kann weitere negative Effekte auf Umsatz und Profitabilität nicht ausschließen“, hieß es.

Bisher rechnete Siemens Energy für 2022 mit einer Marge auf das bereinigte Ergebnis (EBITA) vor Sondereffekten in einer Bandbreite von zwei bis vier Prozent. Der Umsatz sollte sich in einer Spanne von minus zwei bis plus drei Prozent entwickeln.

Das Unternehmen verwies auf Siemens Gamesa als Grund für die Überprüfung des Ausblicks. Siemens Gamesa hatte zuvor Anlaufschwierigkeiten seiner Onshore-Turbinen der nächsten Generation angeführt, die komplexer als bisher angenommen seien.

Siemens Gamesa machte auch den „weiteren Druck auf Energie-, Rohstoff- und Transportkosten, die Verfügbarkeit wichtiger Turbinenkomponenten, die Überlastung der Häfen und verzögerte Investitionsentscheidungen der Kunden“ für den Betriebsverlust von 304 Millionen Euro im zweiten Quartal verantwortlich.

Siemens Gamesa-Chef Jochen Eickholt erklärte, das Management arbeite nun an einem Turnaround-Programm. Eickholt ist Ex-Vorstandsmitglied von Siemens Energy und hatte die Leitung des Windturbinenherstellers im März übernommen, um das Unternehmen auf Kurs zu bringen.

Der Auftragseingang von Siemens Energy fiel im zweiten Quartal um 27,5 Prozent auf 7,9 Milliarden Euro. Unter dem Strich fiel ein bereinigter Verlust (angepasstes EBITA vor Sondereffekten) von 21 Millionen Euro an, nach einem Gewinn von 288 Millionen Euro im Vorjahr.

APA/ag

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