Ungarn weiter gegen Sanktionen von russischem Gas und Öl

20. April 2022, Kiew (Kyjiw)/Moskau/Ankara
Ungarns Außenminister Peter Szijjarto
 - Ankara, APA/AFP

Ungarn unterstützt weiterhin keine Sanktionen gegen Russland in Bezug auf Öl und Gas. Zudem werde die Durchfuhr von Waffen in die Ukraine durch sein Hoheitsgebiet weiter nicht zugelassen, teilte der ungarische Außenminister Péter Szijjártó nach einem Treffen mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu mit, berichtete die staatliche ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform unter Berufung auf die türkische Staatsagentur Anadolu.

„Wir können das ungarische Volk nicht zwingen, den Preis für diesen Krieg zu zahlen. Deshalb lehnen wir Sanktionen gegen Russland in Bezug auf Erdöl oder Erdgas ab“, betonte Szijjarto nach dem Gespräch mit Cavusoglu. Vor allem beim Gas gibt es bis dato aus wirtschaftlichen Gründen unter den EU-Regierungen Gegner eines Embargos, darunter auch Österreich und Deutschland.

Szijjártó wies darauf hin, dass „einige Länder die Nutzung ihres Territoriums für Waffenlieferungen an die Ukraine zulassen“, was Ungarn jedoch nicht tun werde. Er stellte klar, dass das Land die territoriale Integrität und Souveränität der Ukraine unterstütze.

Erst am 7. April hatte Russland Kernbrennstoff an Ungarn geliefert. Schon damals erklärte Szijjártó, dass Ungarn jegliche Sanktionen mit Bezug auf Gas und Öl ablehne und auch keine mit Bezug zur Kernenergie akzeptieren würde. Ungarn will sein Atomkraftwerk Paks ausbauen. Die bisherigen und auch die geplanten Reaktoren sind russischer Bauart. Das Projekt gilt als Zeichen für das enge Verhältnis zwischen dem ungarischen Regierungschef Viktor Orban und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin.

APA

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