Gigantisches LNG-Projekt in der Arktis wackelt

21. April 2022, Moskau/Kiew (Kyjiw)
LNG-Projekt in der Arktis wackelt - Dortmund, APA/AFP Symbolfoto

Der kremlnahe Gaskonzern Novatek kann angesichts der westlichen Sanktionen wegen des Ukraine-Kriegs keinen Zeitpunkt für die Inbetriebnahme des milliardenschweren Flüssiggas-Projekts Arctic LNG-2 nennen. „Unter den Bedingungen der beispiellosen Herausforderungen arbeitet Novatek daran, den Zeitpunkt und die Gesamtkonfiguration des Projekts Arctic LNG-2 zu präzisieren“, sagte Vorstandschef und Großaktionär Leonid Michelson am Donnerstag bei der Jahreshauptversammlung.

Die zuvor genannten Fristen seien unter den derzeitigen Umständen nur schwer zu halten, räumte Michelson ein. Ursprünglich sollte die Anlage 2023 in Betrieb gehen und bis 2025/26 auf ihre Maximalkapazität von 19,8 Millionen Tonnen Flüssiggas pro Jahr hochgefahren werden.

Derzeit ist die erste Ausbaustufe der LNG-Anlage nach Angaben Michelsons bei 85 Prozent, die Gesamtanlage sei zu 65 Prozent fertig. Es gebe Probleme bei der Finanzierung des Projekts. „Das Unternehmen stellt sich eine neue Herangehensweise zur Finanzierung von Arctic LNG-2 ein“, sagte Michelson. Die Investitionskosten für Arctic LNG-2 belaufen sich auf geschätzt 21,3 Milliarden US-Dollar (19,7 Milliarden Euro).

Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine haben die USA und eine Reihe weiterer westlicher Staaten Sanktionen gegen die russische Wirtschaft verhängt. Diese betreffen unter anderem die Finanzierung von Förderprojekten für Öl und Gas. Der französische Öl- und Gaskonzern Total, der mit zehn Prozent an Arctic LNG-2 beteiligt ist, hatte daraufhin die weitere Finanzierung des Projekts aufgekündigt.

APA/dpa

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