Stromverbrauch im März etwas über dem Durchschnitt

26. April 2022, Wien
54 Prozent des Strombedarfs kamen im März aus nachhaltiger Erzeugung - Lassee, APA/THEMENBILD

Der Stromverbrauch in Österreich lag im März leicht um ein Prozent über dem Vergleichsniveaus aus dem Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2021. Rund 54 Prozent des Verbrauchs wurden durch nachhaltig erzeugten Strom gedeckt, wie der Übertragungsnetzbetreiber APG am Dienstag mitteilte. Die Importe waren niedriger als vor einem Jahr. Mehr Eingriffe gab es im ersten Quartal zur Stabilisierung der Stromnetze.

Bis Ende März mussten Maßnahmen zur Vermeidung von Engpässen im Stromnetz „bereits an von gesamt 70 von gesamt 90 Tagen ergriffen werden. Mit einem Intervall von 1,3 Tage verzeichnen wir die höchste Tagesanzahl seit 2018“, so APG-Technik-Vorstand Gerhard Christiner. An Kosten seien dafür rund 11 Mio. Euro angefallen, so der kaufmännische Vorstand der APG, Thomas Karall. Um Überlastungen im Stromnetz zu verhindern und eine sichere Stromversorgung zu gewährleisten, wird laut dem Übetragungsnetzbetreiber mit so genannten Redispatch-Maßnahmen der Stromfluss gesteuert. Darunter versteht man den gezielten und kontrollierten Eingriff mittels Einsatzes von Kraftwerken.

Grund für die hohe Anzahl an Eingriffen sei das für den Stromimport zu schwache Stromnetz. Es sei jetzt die Zeit, um beim Ausbau von Erneuerbaren und parallel dazu des Stromnetzes aufs Tempo zu drücken, so Christiner. Dafür brauche es eine österreichische und gesamthafte Systemplanung. Ein zentraler Hebel ist dabei für Karall die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren.

Der Strombedarf lag in Österreich im März bei rund 6.395 Gigawattstunden (GWh), das war gegenüber dem Vergleichsniveau aus dem Durchschnitt 2017 bis 2021 ein Plus von 1 Prozent. Mehr als die Hälfte davon (rund 54 Prozent bzw. 3.478 GWh) wurde durch nachhaltig produzierten Strom gedeckt, wie die APG weiter mitteilte. Die Produktion von Windstrom ging im Vergleich zu den windstarken Monaten Jänner und Februar mit rund 710 GWh leicht zurück. Zudem war der März ein sehr trockener Monat, wodurch die Laufwasserkraft mit 1.949 GWh nach wie vor leicht unter dem langjährigen Schnitt lag.

Die Stromimporte sanken im Vergleich zum Vorjahresmonat um 17 Prozent auf 1.159 GWh. Im innerösterreichischen Stromaustausch haben fast alle Bundesländer mehr Strom aus dem überregionalen Netz entnommen als rückgespeist. Zwei Bundesländer – Tirol und das Burgenland – haben mehr rückgespeist.

APA

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