Russland liefert laut Gewessler weiter Gas nach Österreich

27. April 2022, Wien/Kiew (Kyjiw)/Moskau
Klimaschutzministerin Gewessler sieht keine Anzeichen für Gas-Stopp
 - Wien, APA/HANS PUNZ

Russland liefert auch nach einem entsprechenden Stopp für Polen und Bulgarien weiterhin Erdgas nach Österreich. Dies gab Energieministerin Leonore Gewessler (Grüne) am Mittwoch bekannt. Über die Hauptversorgungsrouten Nord Stream und die Ukraine werde „uneingeschränkt geliefert“, sagte Gewessler im Ö1-Morgenjournal. Seitens des Energie-Regulators E-Control wurden die anhaltenden Erdgasflüsse aus dem Osten bestätigt.

„Wir müssen alles tun, um unsere Abhängigkeit von russischem Gas so schnell wie möglich zu beenden“, betonte die Klimaministerin. Der erstmalige Lieferstopp für zwei EU-Staaten zeige nämlich, dass man sich auf Russland nicht verlassen könne. „Wladimir Putin führt Krieg auch mit Energielieferungen.“

Gewessler betonte, dass das bulgarische Netz „nichts mit dem österreichischen Netz zu tun“ habe. Zur Jamal-Pipeline nach Polen (die auch mit Österreich verbunden ist, Anm.) sagte sie, dass schon in den vergangenen Tagen „wenig Gas“ über sie gekommen sei. Die OMV sei derzeit „im Austausch“, um die Gaszahlungen an Russland „sanktionskonform über Euro abzuwickeln“, betonte sie. Eine Auflösung der bis zum Jahr 2040 geschlossenen Lieferverträge mit Russland schloss sie nicht aus. Zugleich plädierte sie dafür, so schnell wie möglich die Gaslieferungen nach Österreich zu diversifizieren. Österreich zählt zu jenen EU-Staaten, die am stärksten von russischen Gaslieferungen abhängig sind.

Der Gasfluss über die Ukraine und die Slowakei nach Österreich sei stabil, sagte der Chef der E-Control, Wolfgang Urbantschitsch. Das lasse sich auch an den aktuellen Angaben des mehrheitlich dem Verbund gehörenden Ferngasleitungsbetreibers GasConnect Austria (GCA) ersehen. Dort hieß es am Vormittag: „Die Gastransporte nach Österreich sind nach unserem derzeitigen Kenntnisstand ungestört.“

APA

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