Wintershall Dea mit Milliardenverlust wegen Nord Stream 2

28. April 2022, Frankfurt/Kassel

Der Öl- und Gaskonzern Wintershall Dea ist zu Jahresbeginn wegen einer milliardenschweren Abschreibung auf die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 tief in die roten Zahlen gerutscht. Im ersten Quartal fiel ein Nettoverlust von 1 Mrd. Euro an, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Wintershall Dea verbuchte Wertminderungen von insgesamt rund 1,5 Mrd. Euro im Zusammenhang mit der Finanzierung von Nord Stream 2 und seinem Russlandgeschäft.

Operativ lief es dagegen rund: Der Betriebsgewinn stieg auf 1,84 Mrd. Euro, nach 704 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Die Produktion erhöhte Wintershall Dea um 2 Prozent auf 669.000 Barrel Öläquivalent (BOE) pro Tag.

Das Unternehmen, an dem der Chemiekonzern BASF noch 67 Prozent und die Investorengruppe Letter One des russischen Milliardärs Michail Fridman 33 Prozent hält, hatte Nord Stream 2 im März vollständig abgeschrieben. Nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine liegt die umstrittene Ostsee-Pipeline auf Eis. Die rund 9,5 Mrd. Euro teure Pipeline gehört dem russischen Gaskonzern Gazprom, die Finanzierung hatten aber zur Hälfte Wintershall Dea, der Versorger Uniper, die österreichische OMV, die französische Engie und Shell übernommen. Von der OMV wurde zur Nord-Stream-2-Gaspipeline Anfang März ein ausstehender Betrag von 1 Mrd. Euro (inkl. Zinsabgrenzung) „vollständig wertberichtigt“, diese nicht zahlungswirksame Wertberichtigung im Finanzerfolg wird für das erste Quartal als Sondereffekt ausgewiesen, wie der Öl-, Gas- und Chemiekonzern am 8. April mitgeteilt hatte.

APA/ag

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