Naftogaz-Chef fordert „vernichtende“ Sanktionen

2. Mai 2022, Berlin/Kiew (Kyjiw)
Naftogaz-Chef Jurij Witrenko
 - Kiev, APA/AFP

Der Chef des ukrainischen Energieversorgers Naftogaz, Jurij Witrenko, hat erneut ein vollständiges Öl- und Gas-Embargo Deutschlands gegen Russland gefordert. „Wenn wir über Sanktionen reden, dann brauchen wir vernichtende Sanktionen, solche, die wirklich geeignet sind, Putins Position zu schwächen“, sagte Witrenko dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Deutschland könnte verschiedene Wege wählen, um Russlands Gasexporte zu treffen, so der Naftogaz-Chef. Denkbar sei etwa, Zahlungen für Gas an Russland auf Treuhandkonten einzufrieren. „Eine andere Variante wäre, dass der deutsche Staat Zollgebühren auf russisches Gas erhebt, so dass es für die Importeure so teuer wird, dass sich der Import nicht mehr lohnt.“

Gleichzeitig wies Witrenko darauf hin, dass russisches Gas auch per Pipeline durch die Ukraine nach Westeuropa geliefert wird. „Der Grund, weshalb wir den Transit noch nicht gestoppt haben, ist die Bitte Deutschlands und anderer westeuropäischer Partner, das jetzt nicht zu tun.“ Sollte Russland seine Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur fortsetzen, gerate aber auch diese Pipeline in Gefahr. Wegen der Zerstörung der Netzinfrastruktur seien bereits mehr als 200.000 ukrainische Haushalte ohne Gas.

APA/dpa

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