Stromverbrauch im Winterhalbjahr höher, Gasverbrauch stabil

6. Mai 2022, Wien
Gasverbauch hat sich kaum verändert
 - Wien, APA/THEMENBILD

Der Stromverbrauch war in Österreich im abgelaufenen Winterhalbjahr von Oktober 2021 bis März 2022 um 2,4 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Der Gasverbrauch war in der Heizsaison 2021/22 stabil, wie aus Daten der Energieregulierungsbehörde E-Control hervorgeht. Die Stromproduktion ist gestiegen, der Importsaldo war deutlich höher als vor einem Jahr. Auch im März war die Stromnachfrage höher und der Gasverbrauch auf Vorjahresniveau.

Der Gasverbrauch ist stark temperaturgetrieben, sagte Johannes Mayer, Leiter der volkswirtschaftlichen Abteilung in der E-Control, zur APA. Beim Stromverbrauch spielte eher ein konjunktureller Aufholeffekt in den letzten Monaten eine Rolle. Im Winter werden auch die Gaskraftwerke mehr eingesetzt als im Sommer.

Der Gasverbrauch österreichischer Endkunden betrug in der abgelaufenen Heizsaison (Oktober 2021 bis März 2022) ebenso wie im Winterhalbjahr 2020/21 rund 65 Terawattstunden (TWh). Die Gasproduktion sank um 2,6 Prozent auf rund 4 TWh. Auch im März 2022 war der Gasverbrauch stabil, es wurde mit 10,4 TWh in etwa genauso viel Gas an Endkunden abgegeben wie im Vergleichsmonat des Vorjahres (10,5 TWh). Die inländische Produktion (inklusive Einspeisung biogener Gase) lag im März bei 0,6 TWh, das war ein Rückgang um 9,2 Prozent.

Der Speicherinhalt der österreichischen Erdgasspeicher lag am Ende des ersten Quartals 2022 bei rund 12,5 TWh, nach 23,5 TWh zum selben Zeitpunkt des Vorjahres. Mittlerweile sind es laut Mayer wieder rund 19 TWh. Im März wurde den E-Control-Daten zufolge mit 7,4 TWh ungefähr halb soviel Gas ausgespeichert wie im Vergleichsmonat des Vorjahres, dagegen wurde mit 3,4 TWh um 61,3 Prozent mehr Gas eingespeichert.

Vergleicht man die letzten beiden Winterhalbjahre, so ergibt sich bei der Einspeicherung ein Anstieg um 27,4 Prozent, während um rund 27,5 Prozent weniger Gas aus den österreichischen Speichern entnommen wurde.

Die physikalischen Gasimporte lagen im März mit rund 40 TWh um 16,6 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Gasexporte gingen um 7,6 Prozent auf rund 34 TWh zurück. Im Winterhalbjahr 2020/21 waren Exporte und Importe in etwa ausgeglichen. Im Zeitraum Oktober 2021 bis März 2022 wurden rund 24 TWh mehr importiert als exportiert.

Im Winterhalbjahr wurde laut E-Control mit rund 38 Terawattstunden (TWh) um 2,4 Prozent mehr elektrische Energie verbraucht als im Winter 2020/21. Die Stromproduktion stieg um 1,6 Prozent, der Anteil der Wasserkraftanlagen lag bei 45 Prozent und jener der Wärmekraftwerke bei 35 Prozent. Die Windkrafterzeugung erhöhte sich um rund 39 Prozent und trug rund 13 Prozent zur gesamten Stromproduktion im vergangenen Winter bei. Der Importsaldo lag bei 6,8 TWh und damit um 31 Prozent über dem Vergleichswert des Winters 2020/21.

Im März stieg im Bereich der gesamten Elektrizitätsversorgung Österreichs der monatliche Inlandsstromverbrauch im Vergleich zum März 2021 um 1,4 Prozent auf rund 6,3 TWh. Die Stromproduktion legte um 8,7 Prozent auf 5,7 TWh zu. Die Wasserkraftwerke erzeugten im Berichtsmonat mit 2,6 TWh um 4,2 Prozent mehr elektrische Energie als im März 2021. Die Stromproduktion in den Laufkraftwerken ging aufgrund der niedrigen Wasserführung der Flüsse um 9 Prozent zurück, der Erzeugungskoeffizient lag auf niedrigen 0,78 Prozent. Die Speicherkraftwerke erzeugten um 32 Prozent mehr, die Wärmekraftwerke um 22 Prozent mehr und die Windkraftanlagen um fast 10 Prozent weniger. Aus dem Ausland wurde saldomäßig um 16 Prozent weniger Strom bezogen.

APA

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